Lokal
700 Menschen bei Mahnwache für den Frieden in Taunusstein
Insgesamt rund 700 Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, die Freiwillige Feuerwehren, Mitarbeitende der Stadtverwaltung, Schülerinnen und Schüler, Bürgerinnen und Bürger waren dem Aufruf der Stadt Taunusstein, der Fraktionen sowie der Kirchengemeinden gefolgt und hatten sich auf dem Dr.-Peter-Nikolaus-Platz zu einer Mahnwache für den Frieden zusammengefunden.
„Auf der ganzen Welt sind die Menschen gleichsam schockiert, fassungslos, wütend, traurig, voller Mitgefühl für die ukrainische Bevölkerung und voller Sorge vor dem, was noch kommen mag“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Gerhardt Wittmeyer, der im Namen der Fraktionen eine Erklärung verlas. Die Teilnahme so vieler Menschen an diesem Abend setze ein gemeinsames Zeichen für Zusammenhalt, Solidarität, für den Frieden und gegen Krieg und Gewalt. Er sprach den ukrainischen und russischen Bürgerinnen und Bürgern vor Ort sein tiefes Mitgefühl aus. „Wir stehen als Gesellschaft zusammen und lassen nicht zu, dass Nationalismus uns spaltet“, so Wittmeyer.
Schweigeminute für den Widerstand in der Ukraine, Belarus und Russland
In einer Schweigeminute gedachten die rund 700 Anwesenden denjenigen, die kämpfen müssen, die auf der Flucht sind und all jenen, die trotz harter Repressionen in Belarus und Russland gegen den Krieg des Putin-Regimes auf die Straße gehen.
Auch Bürgermeister Sandro Zehner rief in Erinnerung, wie weit Frieden, Freiheit und die gemeinsamen Werte der europäischen Union die Länder Europas seit dem Ende des zweiten Weltkriegs gebracht hätten. „Wohlstand und freie Entfaltung sind untrennbar mit Stabilität und Frieden verbunden. Die weltweite Empörung der Zivilbevölkerung über die Aggression Russlands zeigt, dass wir in einem neuen Zeitalter sind: Territoriales Denken und die Machtfantasien von Einzelnen sind Relikte der Vergangenheit. Für die Menschen sind Frieden und Freiheit höchste Güter und sie sind nicht bereit, ihre Verletzung hinzunehmen“, so Zehner. „Ich bin tief bewegt, dass so viele auch hier in Taunusstein den Weg gefunden haben, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen, gegen Gewalt und Krieg und für die Menschen in der Ukraine und in Russland. Denn: Dieser Krieg ist kein Krieg Russlands, sondern der Krieg eines einzelnen Irren.“
Stadt koordiniert Hilfsangebote und Wohnraum für Geflüchtete
Zehner betont, dass es aber nicht nur um Symbole gehe, sondern jetzt auch echte Hilfe wichtig sei: Mit Geldspenden und der Vorbereitung auf die zu erwartenden Geflüchtenden könne jetzt jeder einen Beitrag leiste. Die Stadtverwaltung ist aktuell dabei, Unterstützung und insbesondere Wohnraum für Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet zusammen mit dem Rheingau-Taunus-Kreis zu organisieren. Wer ehrenamtlich unterstützen will oder Wohnungen für Geflüchtete in Taunusstein zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter www.taunusstein.de/engagement-ukraine melden.
Die Kirche St. Johannes Nepomuk leuchtete als Symbol für Frieden und Freiheit in den ukrainischen Nationalfarben blau und gelb, im Hintergrund der kleinen Bühne. Der Dekan der evangelischen Kirchengemeinden Rheingau-Taunus, Klaus Schmid, betonte, wie sehr ihn der Krieg als Mensch und Christ schockiert habe: „Kriege zerstören, was sie zu schützen vorgeben. Kriege kennen keine Sieger, sondern ausschließlich Verlierer. Dieser Krieg ist ein krimineller Akt und er darf nach Gottes Willen nicht sein.“ Er kritisierte in seiner Ansprache scharf die Aussagen der russisch-orthodoxen Kirche, die Verständnis für den Überfall geäußert habe und erinnerte daran, dass es die Aufgabe von Kirchenvertretern sei, sich für den Frieden einzusetzen und niemals für Kriegstreiber. Auch Schmid rief zur Unterstützung der Hilfsorganisation und zur Solidarität mit den Geflüchteten auf.
Die Gemeindereferentin der katholischen Pfarrei „Heilige Familie Untertaunus“, Cläremie Koucha, lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Abschluss zum Gebet ein, für die Menschen in der Ukraine und auf der Flucht und für den Frieden.

Lokal
Fast jedes zweite Unternehmen klagt über fehlendes Fachpersonal
Aktuell erleben 45,7 % der Unternehmen in Deutschland eine Behinderung ihrer Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal. Das zeigt das aktuelle KfW-ifo-Fachkräftebarometer. Durch die wirtschaftliche Abschwächung und die eingetrübten Konjunkturerwartungen haben sich die Arbeitskräftenachfrage und die Fachkräfteknappheit gegenüber dem 3. Quartal zwar leicht abgeschwächt. Aber gegenüber dem Vorjahr hat sich der Fachkräftemangel im Jahr 2022 trotz der weiter lodernden Ukraine-Krise noch einmal verstärkt.
Im Herbst 2022 fehlt es weiterhin in allen Wirtschaftszweigen an fachlich qualifizierten Mitarbeitenden. Spitzenreiter bleibt der Dienstleistungssektor, in dem aktuell jedes zweite Unternehmen über fehlendes Fachpersonal klagt (48,2 %). Es folgt das Verarbeitende Gewerbe mit einer Betroffenheit von 42,1 % der Firmen vor dem Handel (37,6 %) und dem Bau (37 %).
Die deutsche Wirtschaft befindet sich aktuell am Rande einer Rezession. Dennoch stellen zahlreiche Unternehmen weiter ein. Im November waren bei der Bundesagentur für Arbeit 823.000 offene Stellen gemeldet, erheblich mehr als vor Beginn der Corona-Krise. Setzt sich die wirtschaftliche Erholung ab dem Frühjahr nächsten Jahres fort, wird die Arbeitskräftenachfrage wieder stärker steigen. Im Durchschnitt dauert es 5 Monate, bis eine gemeldete offene Stelle besetzt werden kann. Diese so genannte Vakanzzeit stieg im Jahr 2022 steil an, 2021 lag sie noch bei 4 Monaten, 2010 bei 2 Monaten.
Die Arbeitslosen in Deutschland können nur begrenzt dazu beitragen, die offenen Stellen zu besetzen, denn die Hälfte von ihnen ist lediglich als Helfer qualifiziert und bräuchte für 80 % der gemeldeten offen Stellen erst eine Berufsausbildung. 1,3 Millionen arbeitslosen Hilfskräften stehen nur 184.000 gemeldete offene Hilfskraftstellen gegenüber.
Die Zahl der gesamtwirtschaftlich geleisteten Arbeitsstunden ist im Jahr 2022 zwar wieder gestiegen. Sie ist aber niedriger als vor der Corona-Krise, weil die Erwerbstätigen pro Kopf weniger Stunden arbeiten. Die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen stagnierte in den letzten 5 Jahren fast. Hält dies an, während die Erwerbstätigenzahl demografisch bedingt abnimmt, könnte bereits in 3 bis 4 Jahren eine Phase dauerhaft schrumpfenden Bruttoinlandsprodukts eintreten. Dies wäre von der Wirkung her etwa so, als befände sich Deutschland in einer andauernden Rezession.
„Deutschland steht vor einem demografischen Strukturwandel von historischer Dimension. Bei einem Zuwanderungssaldo von Null würde die Zahl der Einwohner im Erwerbsalter von 20 bis 66 bis 2040 um 9,3 Millionen Personen oder 18 % sinken. Ohne zügiges und ausreichendes Gegensteuern wird die Fachkräfteknappheit daher weiter zunehmen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Der demografische Wandel reicht derart weit, dass an mehreren Hebeln gleichzeitig angesetzt werden muss, um den Wohlstand zu sichern und zugleich die großen Herausforderungen zu bewältigen, allen voran die Transformation zur grünen und digitalen Wirtschaft. Vor allem eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung aller derjenigen, die schon in Deutschland sind, nämlich von Frauen, älteren Beschäftigten, geringfügig Beschäftigten und Arbeitslosen spielt eine zentrale Rolle. Dazu kommt die Notwendigkeit einer gezielten Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. Zudem braucht es eine höhere Arbeitsproduktivität, die den Fachkräftebedarf, dort wo Fachkräfte fehlen, verringert.“
Das KfW-ifo-Fachkräftebarometer erscheint zweimal jährlich, jeweils im Frühsommer und im Herbst. Die aktuelle Ausgabe ist ebenso wie die Studie von KfW Research zum Thema Fachkräftezuwanderung abrufbar unter:
KfW-ifo-Fachkräftebarometer | KfW
Zur Konstruktion und Interpretation des KfW-ifo-Fachkräftebarometers
Für das KfW-ifo-Fachkräftebarometer wertet KfW Research die ifo Konjunkturumfragen aus, aus denen unter anderem auch der bekannte ifo-Geschäftsklimaindex berechnet wird. Im Fachkräftebarometer wird über den Anteil der Unternehmen in Deutschland berichtet, die angeben, dass ihre Geschäftstätigkeit derzeit durch Fachkräftemangel behindert wird. Hierzu werden einmal pro Quartal rund 9.000 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Handel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) befragt, darunter rund 7.500 Mittelständler. Neben einem Gesamtindikator zum Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft sowie Indikatoren für verschiedene Sektoren und Regionen, können die Daten auch unternehmensgrößenbezogen nach Mittelständlern und Großunternehmen getrennt ausgewertet werden. Dabei zählen grundsätzlich diejenigen Unternehmen zu den Mittelständlern, die nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen. Zur Erhöhung der analytischen Trennschärfe müssen diese quantitativen Abgrenzungen allerdings beim Einzelhandel (maximal 12,5 Mio. EUR Jahresumsatz), beim Bauhauptgewerbe (bis zu 200 Beschäftigte) und bei den Dienstleistungen (maximal 25 Mio. EUR Jahresumsatz) enger gezogen werden. Alle Unternehmen, die mindestens einen dieser Grenzwerte überschreiten, werden als Großunternehmen klassifiziert.
Lokal
Sicherheitstipps der Feuerwehr zum Jahreswechsel
Brennende Balkone, Wohnungen oder gar Häuser, Rettungsdiensteinsätze und Unfälle: Den Feuerwehren und Rettungsdiensten steht zu Silvester die arbeitsreichste Nacht des Jahres bevor. Jede Verletzung, die vermieden werden kann, entlastet Rettungsdienst und Notaufnahmen.
Häufig werden Verletzungen und Brände durch den unachtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht. Nicht geprüfte Knallkörper, illegal eingeführt oder auch selbst gebastelt, stellen eine besondere Gefahr dar. Vor allem Minderjährige sind von Feuerwerkskörpern fasziniert. Erwachsene sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren reden. Wer umsichtig und verantwortungsvoll mit Böllern umgeht, kann als Vorbild so manche schwere Verletzung verhindern.
Viele Freiwillige Feuerwehren bereiten sich auf die Silvesternacht vor. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte verzichten auf Alkohol und feiern teilweise sogar in den Feuerwehrhäusern, damit sie schnell für die Bürgerinnen und Bürger einsatzbereit sind.
Die Feuerwehr gibt folgende acht Tipps für eine möglichst sichere Silvesterfeier:
-Feuerwerkskörper und Raketen sind "Sprengstoff". Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nicht damit hantieren.
-Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller. Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.
-Zünden Sie Feuerwerkskörper nur dort, wo dies auch erlaubt ist. Das Abbrennen der Böller in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist untersagt. Dieses Verbot gilt auch für Fachwerk- und Reetdachhäuser.
-Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg - und zielen Sie niemals auf Menschen. Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal.
-Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her oder erwerben illegal vertriebenes Feuerwerk. Hierbei kann es zu schwersten Verletzungen kommen!
-Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist. Tragen Sie Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen.
-Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
-Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.
Rückfragen bitte an:
Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst
Rheingau-Taunus-Kreis
Kreisbrandmeister
Michael Ehresmann
Telefon: 0176 — 21 60 38 08
E‑Mail: s5@rheingau-taunus.de








