Lokal
RTV vergibt Verkehrsleistungen für sechs Linienbündel und eine neue Verbindung
ESE Verkehrsgesellschaft, ALV Oberhessen und DB Regio Mitte gewinnen europaweite Ausschreibungen
Die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH (RTV) wird zum Fahrplanwechsel im Dezember nicht nur den Fahrplan deutlich anpassen, sondern auch neue Verkehrsunternehmen an Bord haben, teilt der zuständige Verkehrs-Dezernent Günter F. Döring mit. Die Verkehrsdienstleistung für die sechs Linienbündel Niedernhausen — Idstein, Idstein — Waldems, Idstein — Hühnerkirche, Aar, Rheingau Mitte, Rheingau West hatte die RTV neu ausgeschrieben. Hinzu kam noch die Ausschreibung für das neue Angebot für ÖPNV-Nutzer: die Kreisquerverbindung Idstein-Taunusstein-Eltville mit der Berufsschulschnellverbindung Geisenheim-Taunusstein. Nun steht das Ergebnis fest. Die europaweite Ausschreibung gewannen die ESE Verkehrsgesellschaft mbH (Kooperation zwischen Erletz Reisen GmbH und Schwalb Busbetrieb GmbH & CO KG), die ALV Oberhessen GmbH & Co. KG und die DB Regio Bus Mitte GmbH. Busse dieser Unternehmen fahren ab dem 11. Dezember 2022 auf dem beschriebenen Linienbündeln.
„Bei der europaweiten Ausschreibung wurde darauf geachtet, dass auch kleine und mittelständische Verkehrsunternehmen eine Chance haben, sich gegen große Player zu behaupten. Dies ist uns gelungen, wir haben nun mit der ESE Verkehrsgesellschaft und der ALV Oberhessen zwei neue mittelständische Partner an Bord und freuen uns auf die Zusammenarbeit,“ so der Verkehrsdezernent des Rheingau-Taunus-Kreises, Günter F. Döring.
Die ESE Verkehrsgesellschaft hat ihren Sitz in Staufenberg, ist seit über 70 Jahren am Markt und betreibt Linien bereits in anderen Teilen Hessens, u.a. in Gießen, Wetzlar und dem Vogelsberg. Sie hat nach der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für die Linienbündel Niedernhausen / Idstein und Idstein / Hühnerkirche bekommen.
Bei der ALV Oberhessen mit Sitz in Marburg an der Lahn handelt es sich um den Zusammenschluss dreier mittelhessischer Busunternehmen: Auto Nau GmbH & Co. KG (Kirchhain), Fritz Herrmann GmbH (Marburg) und Oberhessische Verkehrsgesellschaft mbH (Wetter/Eschenburg). Bislang fuhr die ALV bereits für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Lahn-Dill-Kreis, Vogelsberg-Kreis, Schwalm-Eder-Kreis und den Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die ALV Oberhessen hat sich erfolgreich um die Linienbündel Rheingau Mitte und Rheingau West beworben. Die ALV Oberhessen wird die Verkehre von Standorten im Raum Rüdesheim und Lorch durchführen.
Die DB Regio Bus Mitte GmbH als Tochter der DB Regio AG hat ihren Sitz in Mainz und fährt bereits seit längerem für die RTV die lokalen Linien 187, 191, 225, 240, 245, 247, 248 und 277 sowie regionale Linien für den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Sie hat den Zuschlag für Idstein — Waldems, Aar und die neue Kreisquerverbindung bekommen. „Wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit der RTV ausweiten zu können. Unser Anliegen ist die Sicherheit und Zufriedenheit unserer Fahrgäste sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Teil von Deutschlands größtem Busunternehmen und mit langjähriger lokaler Erfahrung bringen wir die besten Voraussetzungen für ein zuverlässiges Fahrtenangebot mit”, berichtet Joachim Mader, Niederlassungsleiter bei DB Regio Bus Mitte. Die neuen Unternehmen freuen sich über Bewerbungen von motivierten Busfahrerinnen und Busfahrern, bieten aber auch die Ausbildung zum Busfahrer bzw. Berufskraftfahrer an.
Ein Großteil der Ausfälle in den letzten Jahren, und jetzt verstärkt, hängt damit zusammen, dass die NVG (Nassauische Verkehrsgesellschaft) ihre Fahrdienstleistung aus unterschiedlichen Gründen leider nicht vertragsgemäß erbracht habe, so die RTV. Der mit einer Laufzeit von acht Jahren versehene Verkehrsvertrag endet im Dezember dieses Jahres; die NVG ist im Wettbewerb unterlegen. Daher hat sich mit der Ausschreibung auch die Chance geboten, wieder neue Partner zu finden. „Wir hoffen, mit den umfangreichen Fahrplanänderungen, die im Detail noch kommuniziert werden und den neuen Verkehrsunternehmen nicht nur ein deutlich besserer, sondern auch ein noch zuverlässigerer Partner für den öffentlichen Personennahverkehr und unsere Kunden zu sein“, so Döring.
Mit der neuen Ausschreibung konnten Ziele, die im Mobilitätsleitbild des Rheingau-Taunus-Kreises entwickelt wurden, wie eine konsequente Verbesserung durch Schaffung eines stündlichen Grundangebotes, zusätzliche Taktverdichtung in den Hauptverkehrszeiten und auf verschiedenen Achsen, eine Verdichtung am Wochenende und die Schaffung weiterer Rufbusverbindungen sowie der Kreisquerverbindung (Schnellverbindung von Idstein – Bad Schwalbach – Eltville) mit der Berufsschulschnellverbindung Geisenheim-Taunusstein umgesetzt werden. Auch im Schulverkehr wurde optimiert. In den nächsten Wochen wird es hierzu mehr Informationen geben.
Zum Jahresende ist die neue Vergabe der Verkehrsleistung für einen Großteil der Linien erfolgt, aber nicht für alle: Im Dezember 2025, ggf. 2027 steht der nächste, wenn auch kleinere Wechsel an.
Die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH (RTV) ist der serviceorientierte Mobilitätsdienstleister im Rheingau-Taunus-Kreis. Das Unternehmen verfügt über keine eigenen Busse oder Bahnen, sondern fungiert als Bestellerin und Steuerungszentrale für die lokalen Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit aktuell 145 Fahrzeugen beauftragter Verkehrsunternehmen. Als Teil der Verbundfamilie des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) ist die RTV eine 100%ige Tochtergesellschaft des Rheingau-Taunus-Kreises.
Weitere Informationen:
Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH, Aarstr. 133A, 65232 Taunusstein, Tel.: 0 61 24/ 51 04 68, E‑Mail: mobi-info@r‑t-v.de, www.r‑t-v.de

Lokal
Fast jedes zweite Unternehmen klagt über fehlendes Fachpersonal
Aktuell erleben 45,7 % der Unternehmen in Deutschland eine Behinderung ihrer Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal. Das zeigt das aktuelle KfW-ifo-Fachkräftebarometer. Durch die wirtschaftliche Abschwächung und die eingetrübten Konjunkturerwartungen haben sich die Arbeitskräftenachfrage und die Fachkräfteknappheit gegenüber dem 3. Quartal zwar leicht abgeschwächt. Aber gegenüber dem Vorjahr hat sich der Fachkräftemangel im Jahr 2022 trotz der weiter lodernden Ukraine-Krise noch einmal verstärkt.
Im Herbst 2022 fehlt es weiterhin in allen Wirtschaftszweigen an fachlich qualifizierten Mitarbeitenden. Spitzenreiter bleibt der Dienstleistungssektor, in dem aktuell jedes zweite Unternehmen über fehlendes Fachpersonal klagt (48,2 %). Es folgt das Verarbeitende Gewerbe mit einer Betroffenheit von 42,1 % der Firmen vor dem Handel (37,6 %) und dem Bau (37 %).
Die deutsche Wirtschaft befindet sich aktuell am Rande einer Rezession. Dennoch stellen zahlreiche Unternehmen weiter ein. Im November waren bei der Bundesagentur für Arbeit 823.000 offene Stellen gemeldet, erheblich mehr als vor Beginn der Corona-Krise. Setzt sich die wirtschaftliche Erholung ab dem Frühjahr nächsten Jahres fort, wird die Arbeitskräftenachfrage wieder stärker steigen. Im Durchschnitt dauert es 5 Monate, bis eine gemeldete offene Stelle besetzt werden kann. Diese so genannte Vakanzzeit stieg im Jahr 2022 steil an, 2021 lag sie noch bei 4 Monaten, 2010 bei 2 Monaten.
Die Arbeitslosen in Deutschland können nur begrenzt dazu beitragen, die offenen Stellen zu besetzen, denn die Hälfte von ihnen ist lediglich als Helfer qualifiziert und bräuchte für 80 % der gemeldeten offen Stellen erst eine Berufsausbildung. 1,3 Millionen arbeitslosen Hilfskräften stehen nur 184.000 gemeldete offene Hilfskraftstellen gegenüber.
Die Zahl der gesamtwirtschaftlich geleisteten Arbeitsstunden ist im Jahr 2022 zwar wieder gestiegen. Sie ist aber niedriger als vor der Corona-Krise, weil die Erwerbstätigen pro Kopf weniger Stunden arbeiten. Die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen stagnierte in den letzten 5 Jahren fast. Hält dies an, während die Erwerbstätigenzahl demografisch bedingt abnimmt, könnte bereits in 3 bis 4 Jahren eine Phase dauerhaft schrumpfenden Bruttoinlandsprodukts eintreten. Dies wäre von der Wirkung her etwa so, als befände sich Deutschland in einer andauernden Rezession.
„Deutschland steht vor einem demografischen Strukturwandel von historischer Dimension. Bei einem Zuwanderungssaldo von Null würde die Zahl der Einwohner im Erwerbsalter von 20 bis 66 bis 2040 um 9,3 Millionen Personen oder 18 % sinken. Ohne zügiges und ausreichendes Gegensteuern wird die Fachkräfteknappheit daher weiter zunehmen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Der demografische Wandel reicht derart weit, dass an mehreren Hebeln gleichzeitig angesetzt werden muss, um den Wohlstand zu sichern und zugleich die großen Herausforderungen zu bewältigen, allen voran die Transformation zur grünen und digitalen Wirtschaft. Vor allem eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung aller derjenigen, die schon in Deutschland sind, nämlich von Frauen, älteren Beschäftigten, geringfügig Beschäftigten und Arbeitslosen spielt eine zentrale Rolle. Dazu kommt die Notwendigkeit einer gezielten Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. Zudem braucht es eine höhere Arbeitsproduktivität, die den Fachkräftebedarf, dort wo Fachkräfte fehlen, verringert.“
Das KfW-ifo-Fachkräftebarometer erscheint zweimal jährlich, jeweils im Frühsommer und im Herbst. Die aktuelle Ausgabe ist ebenso wie die Studie von KfW Research zum Thema Fachkräftezuwanderung abrufbar unter:
KfW-ifo-Fachkräftebarometer | KfW
Zur Konstruktion und Interpretation des KfW-ifo-Fachkräftebarometers
Für das KfW-ifo-Fachkräftebarometer wertet KfW Research die ifo Konjunkturumfragen aus, aus denen unter anderem auch der bekannte ifo-Geschäftsklimaindex berechnet wird. Im Fachkräftebarometer wird über den Anteil der Unternehmen in Deutschland berichtet, die angeben, dass ihre Geschäftstätigkeit derzeit durch Fachkräftemangel behindert wird. Hierzu werden einmal pro Quartal rund 9.000 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Handel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) befragt, darunter rund 7.500 Mittelständler. Neben einem Gesamtindikator zum Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft sowie Indikatoren für verschiedene Sektoren und Regionen, können die Daten auch unternehmensgrößenbezogen nach Mittelständlern und Großunternehmen getrennt ausgewertet werden. Dabei zählen grundsätzlich diejenigen Unternehmen zu den Mittelständlern, die nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen. Zur Erhöhung der analytischen Trennschärfe müssen diese quantitativen Abgrenzungen allerdings beim Einzelhandel (maximal 12,5 Mio. EUR Jahresumsatz), beim Bauhauptgewerbe (bis zu 200 Beschäftigte) und bei den Dienstleistungen (maximal 25 Mio. EUR Jahresumsatz) enger gezogen werden. Alle Unternehmen, die mindestens einen dieser Grenzwerte überschreiten, werden als Großunternehmen klassifiziert.
Lokal
Sicherheitstipps der Feuerwehr zum Jahreswechsel
Brennende Balkone, Wohnungen oder gar Häuser, Rettungsdiensteinsätze und Unfälle: Den Feuerwehren und Rettungsdiensten steht zu Silvester die arbeitsreichste Nacht des Jahres bevor. Jede Verletzung, die vermieden werden kann, entlastet Rettungsdienst und Notaufnahmen.
Häufig werden Verletzungen und Brände durch den unachtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht. Nicht geprüfte Knallkörper, illegal eingeführt oder auch selbst gebastelt, stellen eine besondere Gefahr dar. Vor allem Minderjährige sind von Feuerwerkskörpern fasziniert. Erwachsene sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren reden. Wer umsichtig und verantwortungsvoll mit Böllern umgeht, kann als Vorbild so manche schwere Verletzung verhindern.
Viele Freiwillige Feuerwehren bereiten sich auf die Silvesternacht vor. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte verzichten auf Alkohol und feiern teilweise sogar in den Feuerwehrhäusern, damit sie schnell für die Bürgerinnen und Bürger einsatzbereit sind.
Die Feuerwehr gibt folgende acht Tipps für eine möglichst sichere Silvesterfeier:
-Feuerwerkskörper und Raketen sind "Sprengstoff". Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nicht damit hantieren.
-Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller. Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.
-Zünden Sie Feuerwerkskörper nur dort, wo dies auch erlaubt ist. Das Abbrennen der Böller in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist untersagt. Dieses Verbot gilt auch für Fachwerk- und Reetdachhäuser.
-Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg - und zielen Sie niemals auf Menschen. Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal.
-Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her oder erwerben illegal vertriebenes Feuerwerk. Hierbei kann es zu schwersten Verletzungen kommen!
-Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist. Tragen Sie Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen.
-Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
-Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.
Rückfragen bitte an:
Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst
Rheingau-Taunus-Kreis
Kreisbrandmeister
Michael Ehresmann
Telefon: 0176 — 21 60 38 08
E‑Mail: s5@rheingau-taunus.de








