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Kran­ken­kas­sen erzie­len in 2018 erneut hohen Über­schuss von 2 Mrd. Euro

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Spahn: „Bei­trags­gel­der sind dafür da, die Ver­sor­gung bes­ser zu machen.“Berlin, März 2019

Die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen haben mit einem Ein­nah­me­über­schuss von 2 Mrd. Euro im Jahr 2018 im drit­ten Jahr in Fol­ge ein posi­ti­ves Finanz­ergeb­nis erzielt. Die Betriebs­mit­tel und Rück­la­gen der Kran­ken­kas­sen haben damit Ende Dezem­ber einen Wert von rund 21 Mil­li­ar­den Euro erreicht. Im Durch­schnitt ent­spricht dies etwa 1,1 Monats­aus­ga­ben und damit mehr als dem Vier­fa­chen der gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Mindestreserve.

Die Wirt­schaft läuft gut, die Kran­ken­kas­sen haben wei­ter­hin hohe Über­schüs­se. Bei­trags­gel­der sind aber kei­ne Spar­an­la­gen, son­dern sie sind dafür da, die Ver­sor­gung bes­ser zu machen. Das tun wir. Und Kran­ken­kas­sen mit beson­ders hohen Reser­ven müs­sen ihre Rück­la­gen ab 2020 inner­halb von drei Jah­ren unter die gesetz­li­che Ober­gren­ze von 1 Monats­aus­ga­be absen­ken. Dann haben die Bei­trags­zah­ler auch etwas von der guten Finanzlage.Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Ein­nah­men in Höhe von rund 241,4 Mil­li­ar­den Euro stan­den Aus­ga­ben von rund 239,4 Mil­li­ar­den Euro gegen­über. Damit sind die Ein­nah­men der Kran­ken­kas­sen um 3,3 Pro­zent gestie­gen. Die Aus­ga­ben für Leis­tun­gen und Ver­wal­tungs­kos­ten ver­zeich­ne­ten bei einem Anstieg der Ver­si­cher­ten­zah­len von rund 0,8 Pro­zent einen Zuwachs von 3,9 Prozent.

Finanz­ent­wick­lung nach Krankenkassenarten

Auch im ver­gan­ge­nen Jahr ver­buch­ten alle Kran­ken­kas­sen­ar­ten deut­li­che Über­schüs­se. Die All­ge­mei­nen Orts­kran­ken­kas­sen (AOKen) verzeichneten

einen Über­schuss von 1,1 Mil­li­ar­den Euro, die Ersatz­kas­sen von 561 Mil­lio­nen Euro, die Betriebs­kran­ken­kas­sen (BKKen) von 198 Mil­lio­nen Euro, die Innungs­kran­ken­kas­sen (IKKen) von 77 Mil­lio­nen Euro und die Knapp­schaft-Bahn-See von 90 Mil­lio­nen Euro. Ledig­lich die Land­wirt­schaft­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung, die nicht am Risi­ko­struk­tur­aus­gleich teil­nimmt, erziel­te ein gerin­ges Defi­zit von 8 Mil­lio­nen Euro.

Ergeb­nis des Gesundheitsfonds

Auch der Gesund­heits­fonds erziel­te 2018 dank der posi­ti­ven Ein­nah­me­ent­wick­lung einen Über­schuss von 562 Mio. Euro. Damit ver­füg­te der Fonds zum Stich­tag 15. Janu­ar 2018 über eine

Liqui­di­täts­re­ser­ve in einer Grö­ßen­ord­nung von rund 9,7 Mil­li­ar­den Euro. Durch die wei­ter­hin sehr güns­ti­ge Ent­wick­lung der Bei­trags­ein­nah­men des Gesund­heits­fonds bei einem Anstieg der bei­trags­pflich­ti­gen Ein­nah­men von 4,3 Pro­zent pro­fi­tiert die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung wie die ande­ren Sozi­al­ver­si­che­rungs­zwei­ge von der posi­ti­ven Lohn- und Beschäftigungsentwicklung.

Mode­ra­te Ausgabenzuwächse

Bei den Kran­ken­kas­sen gab es im ver­gan­ge­nen Jahr einen Aus­ga­ben­zu­wachs von 3,9 Pro­zent bei einem Anstieg der Ver­si­cher­ten­zah­len von 0,8 Pro­zent. Die Aus­ga­ben­ent­wick­lung 2018 beweg­te sich damit wei­test­ge­hend im Rah­men der Erwar­tun­gen des Schät­zer­krei­ses, der im Okto­ber für das Gesamt­jahr 2018  von einem ähn­li­chen Anstieg aus­ge­gan­gen war.

Ent­wick­lun­gen in den grö­ße­ren Ausgabenbereichen 

Die Aus­ga­ben für Kran­ken­haus­be­hand­lung sind2018 um 3,1 Pro­zent gestie­gen. Bei Preis­ab­schlüs­sen zwi­schen 2,5 und 3 Pro­zent deu­tet alles dar­auf hin, dass die Men­gen­ent­wick­lung in den Kran­ken­häu­sern wie im Jahr 2017 mode­rat ver­lau­fen ist.

Die Arz­nei­mit­tel­aus­ga­ben stie­gen um 3,1 Pro­zent. Hier­bei spie­len wei­ter­hin die Ent­wick­lun­gen im Bereich inno­va­ti­ver Arz­nei­mit­tel eine zen­tra­le Rol­le. Bei den Rabatt­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Kran­ken­kas­sen und phar­ma­zeu­ti­schen Unter­neh­mern gab es eine deut­li­che Erhö­hung des Erstat­tungs­vo­lu­mens um rund 9 Prozent.

Im Bereich der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­gü­tung stie­gen die Aus­ga­ben um rund 3,1 Pro­zent. Erheb­li­che Zuwäch­se ver­buch­ten dabei ins­be­son­de­re die Hoch­schul­am­bu­lan­zen, deren Ver­gü­tun­gen um rund 24 Pro­zent gestie­gen sind sowie die psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Leis­tun­gen, deren Aus­ga­ben (inkl. Nach­zah­lun­gen für Vor­jah­re) um rund 18 Pro­zent stiegen.

Bei den Aus­ga­ben für zahn­ärzt­li­che Behand­lung betrug der Anstieg 2,7 Pro­zent, beim Zahn­ersatz 1,5 Pro­zent.

Deut­lich über­pro­por­tio­nal sind die Aus­ga­ben für Heil­mit­tel mit 11,5 Pro­zent gestie­gen. Bei Heil­mit­teln machen sich vor allem die schritt­wei­se erfolg­ten Hono­rar­er­hö­hun­gen auf Grund des Heil- und Hilfs­mit­tel­ver­sor­gungs­ge­set­zes bemerk­bar, die zu einer deut­li­chen Ver­bes­se­rung der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on der Heil­mit­teler­brin­ger bei­tra­gen. Der Zuwachs bei Hilfs­mit­teln betrug 4,7 Prozent.

Die Net­to-Ver­wal­tungs­kos­ten der Kran­ken­kas­sen sind nach einer rück­läu­fi­gen Ent­wick­lung im  Vor­jahr um 5 Pro­zent gestiegen.

Die­ser über­pro­por­tio­na­le Zuwachs ist zum Teil auf erhöh­te Zufüh­run­gen zu Alters­rück­stel­lun­gen und gerin­ge­re Erstat­tun­gen von Ver­wal­tungs­kos­ten durch die Ren­ten- und Pfle­ge­ver­si­che­rung zurück­zu­füh­ren. Rech­net man die erhöh­ten Zufüh­run­gen zu den Alters­rück­stel­lun­gen im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum her­aus, lag der Anstieg der Net­to-Ver­wal­tungs­kos­ten – ähn­lich wie der Zuwachs bei den Leis­tungs­aus­ga­ben – bei rund 3,9 Prozent.

Wei­te­re Perspektive

Die end­gül­ti­gen Finanz­ergeb­nis­sen des Jah­res 2018 lie­gen Mit­te Juni vor. Nach den aktu­el­len Erkennt­nis­sen und unter Berück­sich­ti­gung der Pro­gno­se des Schät­zer­krei­ses spricht alles dafür, dass die GKV im Gesamt­jahr 2019 wie­der schwar­ze Zah­len schrei­ben wird. Nach Aus­wer­tung der Ergeb­nis­se des Schät­zer­krei­ses für 2019 hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit den zur Deckung der Aus­ga­ben erfor­der­li­chen durch­schnitt­li­chen Zusatz­bei­trags­satz auf 0,9 Pro­zent fest­ge­legt. Obwohl eine Rei­he von Kran­ken­kas­sen zum Jah­res­wech­sel ihren Zusatz­bei­trags­satz abge­senkt hat, liegt der durch­schnitt­lich erho­be­ne Zusatz­bei­trags­satz der­zeit bei rund 1,0 Prozent.

Die­se Dif­fe­renz ver­deut­licht den Spiel­raum, den die Kran­ken­kas­sen haben, um ihre Ver­si­cher­ten durch Absen­kun­gen der Zusatz­bei­trä­ge zu ent­las­ten. Dabei ist der schritt­wei­se Abbau über­höh­ter Finanz­re­ser­ven, den das Ver­si­cher­ten­ent­las­tungs­ge­setz den Kran­ken­kas­sen ab 2020 vor­gibt, noch nicht berück­sich­tigt. Zum Jah­res­wech­sel 2018/2019 hat­ten 69 von 110 Kran­ken­kas­sen Betriebs­mit­tel und Rück­la­gen ober­halb der Gren­ze von 1 Monats­aus­ga­be; 42 davon hat­ten sogar Finanz­re­ser­ven  ober­halb von 1.1/2 Monatsausgaben.

Ab 1. Janu­ar 2019 pro­fi­tie­ren die GKV-Mit­glie­der von den Rege­lun­gen des Ver­si­cher­ten­ent­las­tungs­ge­set­zes. Rund 50 Mio. Beschäf­tig­te und Rent­ner wer­den ab 2019 um jähr­lich ins­ge­samt rund 7 Mrd. Euro ent­las­tet, weil Arbeit­ge­ber und Mit­glie­der die Bei­trä­ge wie­der zu glei­chen Tei­len tragen.

Auch Selbst­stän­di­ge mit gerin­gen Ein­kom­men wer­den in der gesetz­li­chen Kran­ken- und sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung ab 2019 um jähr­lich ins­ge­samt rund 1 Mrd. Euro ent­las­tet. Der Min­dest­bei­trag für Selbst­stän­di­ge sank von monat­lich 420 Euro auf rund 190 Euro und wur­de damit zum Jah­res­wech­sel mehr als hal­biert. Hier­von pro­fi­tie­ren min­des­tens 500 Tsd. Selbst­stän­di­ge mit gerin­gen Einkommen.

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Klaus-Peter Willsch als Direkt­kan­di­dat für die Bun­des­tags­wahl nominiert

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Die CDU im Wahl­kreis Rhein­gau-Tau­nus/­Lim­burg hat Klaus-Peter Willsch erneut als Direkt­kan­di­da­ten für die Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber nominiert

Seit 1998 ver­tritt Klaus-Peter Willsch den Wahl­kreis 178 Rhein­gau-Tau­nus-Lim­burg. Nach dem Wil­len der Dele­gier­ten aus dem Bun­des­tags­wahl­kreis soll der 60-jäh­ri­ge, erfah­re­ne Poli­ti­ker das auch über den Ter­min der Bun­des­tags­wahl am 26. Sep­tem­ber 2021 hin­aus blei­ben. Mit einem über­zeu­gen­den Ergeb­nis von 75,7 % Ja-Stim­men schick­ten sie ihn bei einer Wahl­kreis­de­le­gier­ten­ver­samm­lung in Nie­dern­hau­sen ins Ren­nen um die Ver­tei­di­gung des Direktmandats.

Der Kreis­vor­sit­zen­de der CDU Lim­burg-Weil­burg, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Andre­as Hof­meis­ter schlug Klaus-Peter Willsch im Namen der Kreis­ver­bän­de Lim­burg-Weil­burg und Rhein­gau-Tau­nus vor. „Klaus-Peter Willsch ist nun seit mehr als 22 Jah­ren unse­re star­ke und vor allem unab­hän­gi­ge Stim­me in Ber­lin. Er hat sich in die­ser Zeit immer für unse­ren Wahl­kreis und die Men­schen vor Ort stark gemacht sowie mit gro­ßem Sach­ver­stand und Selbst­be­wusst­sein die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit in Ber­lin gestal­tet. Dies wird er auch wei­ter so tun“, so Hof­meis­ter. Bei­de Kreis­vor­stän­de hat­ten Willsch ein­stim­mig nominiert.

„Klaus-Peter Willsch ist ein boden­stän­di­ger Poli­ti­ker, der in unse­rer Hei­mat fest ver­an­kert ist. Von sei­ner Arbeit in Ber­lin, sehr guten Ver­net­zung und sei­nem Enga­ge­ment hat die Regi­on erheb­lich pro­fi­tiert. Er folgt bei der Aus­übung sei­nes Man­dats sei­nem Gewis­sen und sei­ner Über­zeu­gung. Auch für sei­ne Grad­li­nig­keit wur­de er regel­mä­ßig mit her­vor­ra­gen­den Wahl­er­geb­nis­sen belohnt. Das strebt die CDU Rhein­gau-Tau­nus mit ihrem Kreis­vor­sit­zen­den und Zug­pferd, Klaus-Peter Willsch, für die Bun­des­tags­wahl im Herbst erneut an”, so der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Innen­mi­nis­ter Peter Beuth, stell­ver­tre­ten­der Kreis­vor­sit­zen­der der CDU Rheingau-Taunus.

Der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Willsch aus Hohen­stein ist fünf­fa­cher Fami­li­en­va­ter und stu­dier­ter Diplom-Volks­wirt. Das prägt auch sei­ne poli­ti­sche Arbeit in Ber­lin: „Ich lege als Volks­wirt natür­lich ein beson­de­res Augen­merk auf die Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik unse­res Lan­des. Die soli­de Haus­halts­po­li­tik der letz­ten Jah­re, unse­re ‚schwar­ze Null‘, ermög­licht es nun in der aktu­el­len Kri­se wei­ter­hin Geld zu inves­tie­ren. Wir müs­sen bei allen finan­zi­el­len Aus­ga­ben auch immer an unse­re Kin­der, die kom­men­den Genera­tio­nen, den­ken. Wir müs­sen ihnen einen Staats­haus­halt hin­ter­las­sen, der sie hand­lungs­fä­hig erhält und frei über ihre Zukunft ent­schei­den lässt“.

Auch bei den Kom­mu­nal­wah­len am 14. März hat­te die CDU Rhein­gau-Tau­nus erfolg­reich auf Willsch als Spit­zen­kan­di­da­ten für die Kreis­tags­wahl gesetzt. Er erziel­te mit Abstand die höchs­te Stim­men­zahl aller Bewer­ber um ein Kreis­tags­man­dat. In sei­ner Hei­mat­ge­mein­de Hohen­stein trat er auf dem letz­ten Platz (25) der Bewer­ber­lis­te an und wur­de von den Wäh­lern auf den Platz 3 nach vor­ne gewählt.

Die Wahl­kreis-Dele­gier­ten­ver­samm­lung fand in der Autal­hal­le Nie­dern­hau­sen statt und folg­te dem für Kreis­tags­sit­zun­gen zugrun­de­lie­gen­den Hygie­nekon­zept. Die Teil­neh­mer waren auf­ge­for­dert, einen SARS-CoV-2-Anti­gen-Schnell­test vor­neh­men. Zusätz­lich bot die CDU eine Tes­tung vor Ort im Test­cen­ter Nie­dern­hau­sen des Arbei­ter-Sama­ri­ter Bun­des an. Das Test­cen­ter befin­det sich im Gebäu­de­kom­plex der Autal­hal­le. Klaus-Peter Willsch dank­te den Dele­gier­ten für ihre Test­dis­zi­plin und dem ASB-Test­cen­ter als Koope­ra­ti­ons­part­ner für die Ver­län­ge­rung der Öff­nungs­zei­ten. Damit konn­te höchst­mög­li­cher Gesund­heits­schutz für die Teil­neh­mer erreicht werden.

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20 Jah­re Pfle­ge­ver­si­che­rungs­ur­teil: Sozi­al­ab­ga­ben sind familienblind

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Der Deut­sche Fami­li­en­ver­band (DFV) erin­nert an das weg­wei­sen­de Urteil zur Pfle­ge­ver­si­che­rung aus dem Jahr 2001, nach dem nicht nur die Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung, son­dern auch die zur Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung Rück­sicht auf die Leis­tungs­fä­hig­keit der Bei­trags­zah­ler neh­men müssen.

Am 3. April 2001 befand das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, dass Eltern mit Unter­halts­pflich­ten für Kin­der nicht genau­so stark in der Pfle­ge­ver­si­che­rung belas­tet wer­den dür­fen wie Kin­der­lo­se. Gleich­zei­tig tru­gen die Rich­ter dem Gesetz­ge­ber auf, auch die Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung fami­li­en­ge­recht aus­zu­ge­stal­ten und Eltern in der akti­ven Fami­li­en­pha­se zu entlasten.

„Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt begrün­de­te sein Urteil damit, dass Fami­li­en bereits durch die Erzie­hung von Kin­dern einen ent­schei­den­den Bei­trag zum Sys­tem der Sozi­al­ver­si­che­rung leis­ten“, sagt Sieg­fried Stre­sing, Vize­prä­si­dent des Deut­schen Fami­li­en­ver­bands (DFV). Durch die­sen „gene­ra­ti­ven Bei­trag“ sei­en sie weni­ger leis­tungs­fä­hig als Per­so­nen ohne Auf­wand für Kin­der. Dies nicht zu berück­sich­ti­gen, sei mit dem Grund­ge­setz nicht ver­ein­bar. Stre­sing hebt her­vor, dass es nicht um einen Fami­li­en­las­ten­aus­gleich geht. „Es muss end­lich Schluss sein mit einer Abga­ben­last, die finan­zi­ell weni­ger Leis­tungs­fä­hi­ge wie Fami­li­en unter das Exis­tenz­mi­ni­mum drückt und gleich­zei­tig Ein­kom­men über der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze, bestimm­te Per­so­nen­grup­pen und Ein­kunfts­ar­ten ganz aus der ‚sozia­len Ver­si­che­rung‘ ent­lässt“, so Stresing.

Mit dem Kin­der­be­rück­sich­ti­gungs-Gesetz vom Janu­ar 2005 mein­te der Gesetz­ge­ber, das Pfle­ge­ver­si­che­rungs­ur­teil umge­setzt zu haben. Er erhob für Kin­der­lo­se einen gerin­gen Zusatz­bei­trag von 0,25 Bei­trags­satz­punk­ten in der Pfle­ge­ver­si­che­rung, anstatt wie im Karls­ru­her Urteil gefor­dert, Eltern in der akti­ven Fami­li­en­pha­se zu ent­las­ten. „Der Gesetz­ge­ber hat einen Ver­fas­sungs­ver­stoß mit einem neu­en Ver­fas­sungs­ver­stoß gere­gelt“, so Stre­sing. „Bis heu­te – 20 Jah­re nach dem Pfle­ge­ver­si­che­rungs­ur­teil – wei­gert sich der Gesetz­ge­ber, eine fami­li­en­ge­rech­te Rege­lung in der Renten‑, Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung zu fin­den. In 20 Jah­ren wur­de noch nicht ein­mal die vom obers­ten Gericht gefor­der­te Prü­fung durch den Gesetz­ge­ber vor­ge­nom­men, son­dern allein der Regie­rung überlassen!“

Stre­sing führt aus: „Die Sozi­al­ab­ga­ben in Deutsch­land sind fami­li­en­blind. Wer Kin­der erzieht, leis­tet einen unschätz­ba­ren Dienst für den Genera­tio­nen­ver­trag Sozi­al­ver­si­che­rung. Para­do­xer­wei­se wer­den aber Fami­li­en mit hohen Bei­trä­gen und nied­ri­gen Ren­ten abgestraft.“

Hori­zon­ta­ler Ver­gleich zeigt hohe Sozialabgabenbelastung

Der Hori­zon­ta­le Ver­gleich, den der DFV zusam­men mit dem Fami­li­en­bund der Katho­li­ken (FDK) jähr­lich her­aus­bringt, zeigt ein­drück­lich die Wir­kung von Sozi­al­ab­ga­ben und Steu­ern auf das Fami­li­en­ein­kom­men. Eine Fami­lie mit drei Kin­dern zahlt in die Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung genau­so viel ein wie jemand, der kei­ne Unter­halts­pflich­ten für Kin­der zu leis­ten hat. In der Pfle­ge­ver­si­che­rung ist der Zusatz­bei­trag mar­gi­nal höher und wird über den Weg der steu­er­li­chen Abzugs­fä­hig­keit teil­wei­se von allen Steu­er­zah­lern, auch Fami­li­en, mit­fi­nan­ziert. Nimmt man das frei ver­füg­ba­re Ein­kom­men als Maß­stab, so rut­schen Fami­li­en regel­mä­ßig unter das Exis­tenz­mi­ni­mum. Eltern mit drei Kin­dern feh­len bei einem Durch­schnitts­brut­to monat­lich 493 Euro an frei ver­füg­ba­rem Ein­kom­men. Bei vier Kin­dern beläuft sich das Minus auf 942 Euro und bei fünf Kin­dern auf 1.391 Euro. Jeden Monat – trotz Kindergeld.

„Jedes Jahr haben Fami­li­en weni­ger zur Ver­fü­gung. Trotz anders lau­ten­der Aus­sa­gen und Refor­men. Gera­de die Sozi­al­ab­ga­ben sind schuld dar­an, dass Fami­li­en in die Armut abglei­ten“, sagt Stre­sing. „Das ist ein unwür­di­ger Umgang mit den­je­ni­gen, die für die Fort­füh­rung des Genera­tio­nen­ver­trags und somit für den Erhalt der Sozi­al­ver­si­che­rung sorgen.“

Fami­li­en­ge­rech­te Sozi­al­ver­si­che­rung: Fami­li­en ste­hen vor dem Bundesverfassungsgericht

Mehr als 2.000 Fami­li­en bega­ben sich auf den Kla­ge­weg gegen ver­fas­sungs­wid­ri­ge Bei­trä­ge in der Pflege‑, Ren­ten und Kran­ken­ver­si­che­rung und ste­hen nun vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. Meh­re­re Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind in Karls­ru­he anhän­gig. Die Fami­li­en wer­den durch den DFV und FDK im Rah­men der Eltern­kla­gen-Kam­pa­gne unter­stützt (www.elternklagen.de).

„Stell­ver­tre­tend für Mil­lio­nen ande­re for­dern die­se Fami­li­en nicht mehr und nicht weni­ger als die kon­kre­te Umset­zung der Vor­ga­ben aus dem Pfle­ge­ver­si­che­rungs­ur­teil“, sagt Stre­sing. „Für ver­fas­sungs­ge­mä­ße Bei­trä­ge in der Pflege‑, Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung ist die Anzahl der Kin­der, die in einer Fami­lie betreut wer­den, zu berück­sich­ti­gen. Daher ist ein Kin­der­frei­be­trag wäh­rend der akti­ven Fami­li­en­pha­se zwin­gend notwendig.“

Stre­sing betont, dass der Aus­gleich für Fami­li­en nicht an ande­rer Stel­le erfol­gen darf. „Die Poli­tik zieht immer wie­der gegen eine fami­li­en­ge­rech­te Reform der Sozi­al­ver­si­che­rung mit dem Argu­ment zu Fel­de, dass Fami­li­en bereits in ande­ren Berei­chen des Sozi­al­rechts geför­dert wer­den wür­den. Das ist nicht nur falsch, son­dern wider­spricht dem Urteil aus Karls­ru­he“, so Stre­sing. Ein Sys­tem, das den Fami­li­en ver­fas­sungs­wid­rig in die Tasche greift, um Tei­le davon in Spen­dier­ho­sen­ma­nier zurück­zu­ge­ben, muss nach sei­ner Auf­fas­sung end­lich gestoppt wer­den. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt leg­te 2001 fest, dass der zwi­schen Eltern und kin­der­lo­sen Per­so­nen vor­zu­neh­men­de Aus­gleich nur auf der Bei­trags­sei­te inner­halb des Sys­tems erfol­gen kann.

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Wei­ter­bil­dung bricht in Coro­na-Kri­se ein

Die betrieb­li­che Wei­ter­bil­dung im Mit­tel­stand ist im Coro­na-Jahr 2020 regel­recht ein­ge­bro­chen:38 % der klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men haben die Wei­ter­bil­dungs­ak­ti­vi­tä­ten...

Lokal

„Sie waren ein wich­ti­ger Bestand­teil unse­res Kreishauses“

Ver­ab­schie­dung von zehn Sol­da­ten vom Batail­lon für Elek­tro­ni­sche Kampf­füh­rung 932 der Bun­des­wehr aus Fran­ken­berg unter dem Kom­man­do von Haupt­feld­we­bel Niko­lai Klaas...

Lokal

Chris­ti­an Ros­sel neu­er Kreisbrandinspektor

Als jeman­den, der Feu­er­wehr tag­täg­lich 100-pro­zen­tig lebt“, stuft Rei­ner Oswald, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter im Fach­dienst Brand‑, Kata­stro­phen­schutz und Ret­tungs­dienst der Kreis­ver­wal­tung,...

Lokal

För­der­gel­der für die Hoch­schu­le Geisenheim

Mit dem vom Bun­des­tag bewil­lig­ten Pro­gramm zur Inno­va­ti­ons­för­de­rung unter­stützt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft im Rah­men der Bekannt­ma­chung über...

Blaulicht

31-Jäh­ri­ge nach Poli­zei­ein­satz in Gewahrsam

Eine 31-jäh­ri­ge Frau aus einem Nie­dern­hau­se­ner Orts­teil hat in der ver­gan­ge­nen Nacht durch ihr Ver­hal­ten für einen grö­ße­ren Poli­zei­ein­satz gesorgt....

Lokal

Kre­dit­nach­fra­ge der Unter­neh­men bleibt verhalten

Kre­dit­zu­gang für Mit­tel­stand schwieriger Auch zu Beginn des Jah­res 2021 ver­harrt die Nach­fra­ge der Unter­neh­men nach Bank­kre­di­ten in Deutsch­land auf...