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Mit­tel­stands­ba­ro­me­ter: Die Sor­gen sind zurück

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Die Del­ta-Vari­an­te hat nach der Rück­nah­me der Lock­down-Maß­nah­men inzwi­schen eine vier­te Coro­na-Wel­le in Deutsch­land los­ge­tre­ten, gleich­zei­tig erwei­sen sich die Eng­päs­se bei Roh­stof­fen und Vor­leis­tungs­gü­tern in der Indus­trie als hart­nä­cki­ger als ursprüng­lich ange­nom­men. Bei­des befeu­ert neue Sor­gen um die künf­ti­ge wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, wie das aktu­el­le KfW-ifo-Mit­tel­stands­ba­ro­me­ter zeigt. Das mit­tel­stän­di­sche Geschäfts­kli­ma sinkt im August zum zwei­ten Mal in Fol­ge, dies­mal um 2,3 Zäh­ler auf 6,9 Sal­den­punk­te. Trei­ber des Rück­gangs sind erneut nur die Geschäfts­er­war­tun­gen der klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men, die wie bereits im Vor­mo­nat deut­lich sin­ken (-6,4 auf 0,8 Sal­den­punk­te). Die Geschäfts­la­ge­ur­tei­le klet­tern dage­gen unge­bro­chen wei­ter nach oben und errei­chen mit einem Plus von 1,9 Zäh­lern den bis­he­ri­gen Jah­res­höchst­stand von 13,1 Sal­den­punk­ten.
 
Die Groß­un­ter­neh­men sind aktu­ell eben­falls schlech­ter gestimmt. Aller­dings kor­ri­gie­ren sie nicht nur ihre Erwar­tun­gen dras­tisch nach unten (-7,2 Zäh­ler auf ‑1,1 Sal­den­punk­te), son­dern in gerin­gem Umfang auch die Geschäfts­la­ge­ur­tei­le (-1,2 Zäh­ler auf 16,0 Sal­den­punk­te). Unterm Strich ver­schlech­tert sich ihr Geschäfts­kli­ma um 4,4 Zäh­ler auf 7,2 Sal­den­punk­te.
 
Blickt man in die Wirt­schafts­be­rei­che und Unter­neh­mens­grö­ßen­klas­sen, so sticht im August allein der Bau posi­tiv her­vor. Sowohl in den klei­nen und mitt­le­ren als auch in den gro­ßen Bau­un­ter­neh­men (+1,3 Zäh­ler auf 13,5 Sal­den­punk­te bzw. +4,7 Zäh­ler auf 9,5 Sal­den­punk­te) steigt die Stim­mung an – ein Beleg für die wei­ter­hin fun­da­men­tal guten Geschäf­te in die­ser Bran­che. In nahe­zu allen ande­ren Seg­men­ten gibt das Geschäfts­kli­ma mehr oder weni­ger deut­lich nach. Beson­ders stark ist der Ein­bruch in der Groß­in­dus­trie (-9,6 Zäh­ler auf 16,4 Sal­den­punk­te). Dies geht mit einem eben­so schlag­ar­ti­gen Ver­fall der Exporterwar­tun­gen ein­her (-10,4 Zäh­ler auf 4,6 Sal­den­punk­te). Offen­bar sind die Eng­päs­se bei indus­tri­el­len Vor­pro­duk­ten wie Elek­tronik­bau­tei­len auf glo­ba­ler Ebe­ne wei­ter­hin so gra­vie­rend, dass die Indus­trie­pro­duk­ti­on mit der sehr guten Auf­trags­la­ge, die inzwi­schen das Niveau vor der Coro­na-Kri­se deut­lich über­steigt, einst­wei­len nicht mehr Schritt hal­ten kann. Auch bei den mit­tel­stän­di­schen Dienst­leis­tern sinkt die Stim­mung wie­der, zwar noch begrenzt, aber gleich­wohl spür­bar (-3,1 Zäh­ler auf 2,0 Sal­den­punk­te). Das Gros kon­takt­in­ten­si­ver Ange­bo­te aus Kul­tur, Unter­hal­tung, Gast­ge­wer­be und per­sön­li­chen Diens­ten kommt von mit­tel­stän­di­schen Dienst­leis­tern, wes­we­gen die­se zuneh­mend sor­gen­voll auf die sich auf-bau­en­de vier­te Coro­na-Wel­le bli­cken dürf­ten.
 
„Es ist Som­mer, aber immer wie­der stö­ren Regen­wol­ken den Son­nen­schein – genau­so ver­hält es sich momen­tan auch mit der Stim­mung in der deut­schen Wirt­schaft“, sagt Dr. Frit­zi Köh­ler-Geib, Chef­volks­wir­tin der KfW. „Kon­junk­tu­rell set­zen sich im August erneut die Wol­ken durch, das Geschäfts­kli­ma fällt ein zwei­tes Mal“. Der erwar­tungs­ge­trie­be­ne Kli­marück­gang pas­se ins Bild, denn die wei­te­re Luft nach oben für das Wirt­schafts­wachs­tum sei aktu­ell begrenzt: „Die Mate­ri­al­eng­päs­se in der Indus­trie wer­den sich in den kom­men­den Mona­ten wohl nur gra­du­ell lösen und dämp­fen bis dahin trotz guter Nach­fra­ge die Pro­duk­ti­on. Die pri­va­ten Haus­hal­te haben nach den Lock­downs zwar unge­wöhn­lich viel Geld in der Tasche, gera­de um lan­ge ent­behr­te Dienst­leis­tun­gen etwa des Gast­ge­wer­bes wie­der ver­stärkt nach­zu­fra­gen. Mit der Del­ta-Vari­an­te und der anrol­len­den vier­ten Coro­na-Wel­le neh­men die pan­de­mie­be­zo­ge­nen Sor­gen aber bereits wie­der zu. Wir haben unse­re BIP-Pro­gno­se für 2021 des­halb leicht auf 3,0 % nach unten revidiert.“

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Kre­dit­nach­fra­ge im Mit­tel­stand bleibt schwach

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Der Abwärts­trend bei der Kre­dit­nach­fra­ge klei­ner und mitt­le­rer Unter­neh­men ist auch im drit­ten Quar­tal unge­bro­chen. Zwi­schen Juli und Sep­tem­ber ver­han­del­ten nur noch 17,7 % der Mit­tel­ständ­ler in Deutsch­land mit Ban­ken und Spar­kas­sen über Kre­di­te (-1,8 Pro­zent­punk­te ggü. Vor­quar­tal), wie die aktu­el­le KfW-ifo-Kre­dit­hür­de zeigt. Damit mar­kiert die Quo­te zum drit­ten Mal in Fol­ge ein Rekord­tief. Auch von den Groß­un­ter­neh­men suchen erneut weni­ger bei Finanz­in­sti­tu­ten um ein Dar­le­hen nach. Der Rück­gang fiel mit ‑0,3 Pro­zent­punk­ten zwar nur mar­gi­nal aus, mit 27,6 % Groß­un­ter­neh­men in Kre­dit­ver­hand­lun­gen ist aller­dings eben­falls ein neu­er Tiefst­wert seit Beginn der Befra­gung im Jahr 2017 zu ver­mel­den.
 
Von den Mit­tel­ständ­lern, die einen Kre­dit nach­fra­gen, spürt im drit­ten Quar­tal jeder fünf­te (20,1 %) ein restrik­ti­ve­res Ban­ken­ver­hal­ten – das sind wie­der etwas mehr als im Vor­quar­tal (+1,7 Pro­zent­punk­te). Damit bleibt die Kre­dit­hür­de über­durch­schnitt­lich hoch, aber zugleich unter­halb der Wer­te vom Jah­res­be­ginn. Von Ver­schär­fun­gen bei der Kre­dit­ver­ga­be­po­li­tik sind aktu­ell beson­ders die klei­nen und mitt­le­ren Dienst­leis­ter betrof­fen (+6,6 auf 26,9 %), wäh­rend das mit­tel­stän­di­sche Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be trotz der Betrof­fen­heit durch anhal­ten­de Lie­fer­eng­päs­se nur gerin­ge Ver­schlech­te­run­gen hin­neh­men muss (+1,9 auf 17,3 %). Klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men aus dem Einzel‑, Groß­han­del und Bau­haupt­ge­wer­be kön­nen hin­ge­gen sogar von deut­li­chen Locke­run­gen beim Kre­dit­zu­gang pro­fi­tie­ren. Die Kre­dit­hür­de für die Groß­un­ter­neh­men bewegt sich seit­wärts und liegt mit 12,9 % wei­ter­hin leicht über dem Durch­schnitt seit dem Jahr 2017.
 
„Ich erwar­te auch für die kom­men­den Mona­te eine unter­durch­schnitt­li­che Kre­dit­nach­fra­ge“, sagt Dr. Frit­zi Köh­ler-Geib, Chef­volks­wir­tin der KfW. „Die wirt­schaft­li­che Erho­lung und staat­li­che Zuschuss­zah­lun­gen von inzwi­schen über 50 Mrd. EUR haben die finan­zi­el­le Lage der Unter­neh­men ver­bes­sert. Hin­zu kommt, dass wäh­rend der Coro­na­kri­se außer­ge­wöhn­lich hohe Bank­ein­la­gen gebil­det wur­den. Die­sen Liqui­di­täts­vor­rat kön­nen die Unter­neh­men für auf­kom­men­de Finan­zie­rungs­be­dar­fe nut­zen, z.B. für Inves­ti­ti­ons­aus­ga­ben. Auf der ande­ren Sei­te sehe ich wenig Spiel­raum für Ver­bes­se­run­gen beim Kre­dit­zu­gang. Die hart­nä­cki­gen Stö­run­gen der glo­ba­len Lie­fer­ket­ten und der stei­le Anstieg der Ener­gie­kos­ten sind rele­van­te Risi­ko­fak­to­ren, die die Finanz­in­sti­tu­te bei der Kre­dit­ver­ga­be zuneh­mend in den Blick neh­men dürften.”

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Blaulicht

Par­ken­dens Fahr­zeug ange­fah­ren und getürmt

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Am Mitt­woch mel­de­te der Fah­rer eines Sko­das bei der Poli­zei einen Scha­den an sei­nem Pkw, der augen­schein­lich im Rah­men einer Unfall­flucht in Schlan­gen­bad ent­stan­den war. Er hat­te sei­nen wei­ßen Wagen am Diens­tag gegen 22:30 Uhr auf einem Park­platz in der Hes­sen­stra­ße abge­stellt und bei sei­ner Rück­kehr, mitt­wochs gegen 13:00 Uhr, Schä­den am Fahr­zeug­heck bemerkt. Den Spu­ren zufol­ge hat­te ein bis­lang unbe­kann­ter Ver­kehrs­teil­neh­mer den Sko­da beim Ein- oder Aus­par­ken beschä­digt und sich dann ent­fernt. Die Höhe des Scha­dens wird auf etwa 1.500EUR beziffert.

Zeu­gen wer­den gebe­ten, sich bei der Poli­zei in Bad Schwal­bach unter der Tele­fon­num­mer (06124) 7078 — 0 zu melden.

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