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Wirtschaft

Coro­na-Hil­fen las­sen KfW-Geschäfts­vo­lu­men auf Rekord­wert steigen

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Das För­der­ge­schäft der KfW hat im Jahr 2020 ein Volu­men von 135,3 Mrd. EUR (+ 75 %) und damit einen his­to­ri­schen Höchst­wert erreicht. Wesent­li­che Trei­ber des star­ken Wachs­tums waren die Maß­nah­men zur Abfe­de­rung der wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie im In- und Aus­land, die ein Volu­men von 50,9 Mrd. EUR (nach Abzug von Stor­ni und Ver­zich­ten auf Zusa­gen in Höhe von 10,8 Mrd. EUR) erreich­ten, was einem Anteil am gesam­ten Geschäfts­vo­lu­men von 38 % ent­spricht. Allein in Deutsch­land hat die KfW im ver­gan­ge­nen Jahr rund eine Mil­li­on an Kre­di­ten, Zuschüs­sen und ande­ren Finan­zie­run­gen in Höhe von 106,4 Mrd. EUR zuge­sagt. Zum Wachs­tum des För­der­vo­lu­mens in Deutsch­land haben auch die För­der­pro­gram­me im Bereich Ener­gie­ef­fi­zi­ent Bau­en und Sanie­ren bei­getra­gen, die ihr Volu­men im För­der­be­reich Woh­nen um 140 % auf 26,8 Mrd. EUR stei­gern konn­ten. Die Zusa­gen der KfW Capi­tal erreich­ten im Jahr 2020 ins­ge­samt 871 Mio. EUR.
 
Das Geschäfts­feld Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­der konn­te mit einem Volu­men von 12,4 Mrd. EUR sein Geschäft um 16 % stei­gern. Davon ent­fie­len 11 Mrd. EUR auf die KfW Ent­wick­lungs­bank und 1,4 Mrd. EUR auf die DEG. In der KfW Ent­wick­lungs­bank lag der regio­na­le Schwer­punkt mit 48 % der Zusa­gen (knapp 5,2 Mrd. EUR) auf Afri­ka und Nah­ost.
 
Das Zusa­ge­vo­lu­men im Geschäfts­feld Export- und Pro­jekt­fi­nan­zie­rung, das Finan­zie­run­gen im Inter­es­se der deut­schen und euro­päi­schen Wirt­schaft bereit­stellt, lag mit 16,6 Mrd. EUR trotz der Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Kri­se auf den Welt­han­del zwar deut­lich unter dem Rekord­wert des Vor­jah­res (2019: 22,1 Mrd. EUR), konn­te aber in der Grö­ßen­ord­nung der vor­he­ri­gen Jah­re gehal­ten wer­den.
 
Die für die För­der­tä­tig­keit der KfW maß­geb­li­chen qua­li­ta­ti­ven Ziel­mar­ken haben sich wei­ter posi­tiv ent­wi­ckelt. So lag der Anteil der Kli­ma- und Umwelt­schutz­för­de­rung („Umwelt­quo­te“) bei 33 % (>50 % nach Berei­ni­gung um Coro­na-Son­der­maß­nah­men), der Anteil der Mit­tel­stands­för­de­rung („Mit­tel­stands­quo­te“) ist getrie­ben um die Coro­na-Son­der­maß­nah­men auf 48 % gestie­gen (2019: 40 %).
 
Der Vor­stands­vor­sit­zen­de der KfW, Dr. Gün­ther Bräu­nig, sagt: „Das Jahr 2020 war für die KfW ein ganz beson­de­res Jahr. Nie zuvor waren wir als För­der­bank auf die­se Wei­se gefor­dert. Mit mehr als 50 Mil­li­ar­den Euro hat die KfW Unter­neh­men, Start-ups, Stu­die­ren­de und gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen in Deutsch­land, aber auch ihre Part­ner in Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern bei ihrem Kampf gegen die Fol­gen der Pan­de­mie unter­stützt. Gleich­zei­tig haben wir in unse­rem Enga­ge­ment für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung, Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­ti­on nicht nach­ge­las­sen.“
 
Zum Aus­blick auf das Jahr 2021 fügt Bräu­nig hin­zu: „Dem Coro­na-Jahr 2020 folgt das Coro­na-Jahr 2021 – nur unter ande­ren Vor­zei­chen. Die ange­lau­fe­nen Imp­fun­gen stim­men zuver­sicht­lich, den­noch wird uns die Coro­na-Pan­de­mie auch im neu­en Jahr sowohl im Neu­ge­schäft als auch im Bestand wei­ter beschäf­ti­gen. Zugleich war­ten neue, gro­ße Auf­ga­ben auf uns: Der Auf­bau und die Umset­zung des zehn Mil­li­ar­den Euro umfas­sen­den Zukunfts­fonds gehört dazu. Eine funk­tio­nie­ren­de Start-up-Kul­tur ist für den Wie­der­auf­bau nach der Kri­se beson­ders wich­tig. Wir wer­den die Wirt­schaft wei­ter bei der Trans­for­ma­ti­on zu mehr Klima‑, Umwelt- und Res­sour­cen­schutz beglei­ten und unse­ren Bei­trag zur Digi­ta­li­sie­rung von Unter­neh­men und zum Aus­bau kom­mu­na­ler Infra­struk­tur leis­ten.“
 
Die Ergeb­nis­se der För­der­ak­ti­vi­tä­ten im Ein­zel­nen
 
Mit einem För­der­vo­lu­men von 86,3 Mrd. EUR per 31.12.2020 beweg­te sich das Neu­ge­schäft im Geschäfts­feld Mit­tel­stands­bank & Pri­va­te Kun­den auf his­to­ri­schem Höchst­stand (2019: 36,0 Mrd. EUR). Dabei ver­zeich­ne­te das gewerb­li­che Seg­ment Mit­tel­stands­bank eine enor­me Stei­ge­rung des För­der­vo­lu­mens auf 48,1 Mrd. EUR (2019: 15,3 Mrd. EUR), die vor allem auf die Coro­na-Hilfs­pro­gram­me im Auf­trag der Bun­des­re­gie­rung zurück­zu­füh­ren ist. Hier­über erhiel­ten Unter­neh­men Kre­di­te von ins­ge­samt 35,6 Mrd. EUR zur Abfe­de­rung der wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Coro­na-Kri­se.
 
Im För­der­schwer­punkt Grün­dung & Unter­neh­mens­in­ves­ti­tio­nen wur­den 39,7 Mrd. EUR (2019: 6,8 Mrd. EUR) zuge­sagt. Haupt­trei­ber waren auch hier die Coro­na-Hilfs­pro­gram­me: Der KfW-Unter­neh­mer­kre­dit hat sein Volu­men nahe­zu ver­zehn­facht und ver­zeich­ne­te Zusa­gen in Höhe von 29,3 Mrd. EUR (2019: 3,1 Mrd. EUR), davon 28,3 Mrd. EUR aus dem Coro­na-Son­der­pro­gramm, der KfW-Schnell­kre­dit erreich­te Zusa­gen von 5,9 Mrd. EUR.
 
Im Schwer­punkt Ener­gie­ef­fi­zi­enz & Erneu­er­ba­re Ener­gien, des­sen Pro­gram­me die Kli­ma­zie­le der Bun­des­re­gie­rung unter­stüt­zen, lagen die Neu­zu­sa­gen mit 7,6 Mrd. EUR unge­fähr auf dem Vor­jah­res­ni­veau (8,1 Mrd. EUR). Hier konn­te ins­be­son­de­re das gestei­ger­te Zusa­ge­vo­lu­men im KfW-Pro­gramm Erneu­er­ba­re Ener­gien von 3,7 Mrd. EUR (2019: 2,9 Mrd. EUR) das aus­ge­lau­fe­ne Ener­gie­ef­fi­zi­enz­pro­gramm Abwär­me (2019: 1,0 Mrd. EUR) aus­glei­chen.
 
Der För­der­schwer­punkt Inno­va­ti­on erziel­te im Jahr 2020 ein För­der­vo­lu­men von 0,8 Mrd. EUR (2019: 0,4 Mrd. EUR). Hier­von wur­den im ERP-Digi­ta­li­sie­rungs- und Inno­va­ti­ons­kre­dit 0,7 Mrd. EUR (2019: 0,4 Mrd. EUR) zuge­sagt.
 
Mit 38,2 Mrd. EUR erziel­te auch das Seg­ment Pri­va­te Kun­den ein För­der­vo­lu­men, das signi­fi­kant über dem Vor­jah­res­er­geb­nis lag (2019: 20,6 Mrd. EUR). Den größ­ten Bei­trag leis­te­te hier­zu die Pro­dukt­fa­mi­lie Ener­gie­ef­fi­zi­ent Bau­en und Sanie­ren im För­der­schwer­punkt Ener­gie­ef­fi­zi­enz & Erneu­er­ba­re Ener­gien mit einem Zusa­ge­vo­lu­men von 26,9 Mrd. EUR (2019: 11,2 Mrd. EUR). Die zu Beginn des Jah­res 2020 ver­bes­ser­ten För­der­kon­di­tio­nen bei den Pro­gram­men Ener­gie­ef­fi­zi­ent Bau­en und Sanie­ren, mit denen Inves­ti­tio­nen in den ener­ge­tisch hoch­wer­ti­gen Neu­bau und die ener­gie­ef­fi­zi­en­te Sanie­rung von Bestands­im­mo­bi­li­en geför­dert wer­den, führ­ten zu einer signi­fi­kan­ten Zusa­ge­stei­ge­rung auf 26,8 Mrd. EUR (2019: 11,2 Mrd. EUR). Zudem ist zum 24.11.2020 mit gro­ßer Nach­fra­ge ein neu­er Inves­ti­ti­ons­zu­schuss für Lade­sta­tio­nen bei Wohn­ge­bäu­den für Elek­tro­au­tos (pri­va­te Ladein­fra­struk­tur) gestar­tet, für den bis Jah­res­en­de bereits rund 140.000 Zusa­gen über 0,1 Mrd. EUR erteilt wer­den konn­ten. Auch die Nach­fra­ge im Bereich Woh­nen (Wohn­ei­gen­tums­för­de­rung und Alters­ge­recht Umbau­en) ver­zeich­ne­te trotz Coro­na-Kri­se mit Zusa­gen über 8,8 Mrd. EUR (2019: 7,6 Mrd. EUR) eine Stei­ge­rung, ent­spre­chend der anhal­tend soli­den Bau­kon­junk­tur. Im Zuschuss­pro­gramm Bau­kin­der­geld wur­den 124.731 Anträ­ge im Volu­men von 2,6 Mrd. EUR zuge­sagt.
 
Der För­der­schwer­punkt Bil­dung erziel­te Zusa­gen in Höhe von 2,5 Mrd. EUR (2019: 1,9 Mrd. EUR). Der deut­li­che Anstieg im Ver­gleich zum Vor­jahr basier­te vor allem auf Pro­dukt­an­pas­sun­gen im KfW-Stu­di­en­kre­dit als Coro­na-Hilfs­maß­nah­me (Null­zins und Erwei­te­rung des Antrag­stel­l­er­krei­ses).
 
Im Geschäfts­feld Indi­vi­du­al­fi­nan­zie­rung & Öffent­li­che Kun­den erreich­te das Zusa­ge­vo­lu­men einen Wert von 19,2 Mrd. EUR, wel­cher sehr deut­lich über dem Vor­jah­res­wert (2019: 7,2 Mrd. EUR) lag. Auch die­se Ent­wick­lung ist maß­geb­lich auf die Zusa­gen aus den Coro­na-Hilfs­pro­gram­men zurück­zu­füh­ren.
 
Die Indi­vi­du­al­fi­nan­zie­rung Unter­neh­men wur­de durch das hohe Zusa­ge­vo­lu­men des Coro­na-Son­der­pro­gramms Direkt­be­tei­li­gung für Kon­sor­ti­al­fi­nan­zie­rung geprägt. Bei einem Gesamt­vo­lu­men von 9,3 Mrd. EUR (2019: 0,3 Mrd. EUR) wur­den inner­halb des Son­der­pro­gramms allein 8,4 Mrd. EUR an Unter­neh­men zuge­sagt. Hier­in nicht ent­hal­ten sind wei­te­re Kre­dit­zu­sa­gen in einer Grö­ßen­ord­nung von 6,1 Mrd. EUR, die bereits zurück­ge­führt wor­den sind.
 
Die För­de­rung für Kom­mu­na­le & Sozia­le Infra­struk­tur erreich­te ein Zusa­ge­vo­lu­men von 4,8 Mrd. EUR. Dies bedeu­tet einen signi­fi­kan­ten Anstieg gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum (2019: 3,9 Mrd. EUR). Ein wesent­li­cher Fak­tor war hier­bei die über Lan­des­för­der­insti­tu­te aus­ge­reich­te Coro­na-Hil­fe für gemein­nüt­zi­ge Unter­neh­men mit einem Volu­men von 0,5 Mrd. EUR. Eben­falls erfuhr die Zuschuss­för­de­rung „Modell­pro­jek­te Smart Cities“ eine signi­fi­kan­te Stei­ge­rung und erreich­te 0,3 Mrd. EUR (2019: 0,1 Mrd. EUR).
 
Die Indi­vi­du­al­fi­nan­zie­rung Ban­ken & Lan­des­för­der­insti­tu­te zeig­te mit einem Zusa­ge­vo­lu­men von 5,1 Mrd. EUR eine deut­li­che Stei­ge­rung gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum (2019: 3,1 Mrd. EUR). Maß­geb­lich waren hier die auf 3,2 Mrd. EUR gestie­ge­ne Nach­fra­ge nach All­ge­mei­ner Refi­nan­zie­rung der Lan­des­för­der­insti­tu­te (2019: 1,3 Mrd. EUR) und im Rah­men der Coro­na-Hilfs­pro­gram­me aus­ge­reich­te Glo­bal­dar­le­hen an Lan­des­för­der­insti­tu­te für Start-ups (2. Säu­le des Coro­na-Maß­nah­men­pa­kets des Bun­des für Start-ups) in Höhe von 0,6 Mrd. EUR.
 
Die Zusa­gen des Geschäfts­fel­des KfW Capi­tal belie­fen sich im Jahr 2020 ins­ge­samt auf 871 Mio. EUR (inkl. Zusa­gen des Euro­päi­schen Inves­ti­ti­ons­fonds (EIF) im Rah­men des Coro­na-Maß­nah­men­pa­kets des Bun­des für Start-ups).
Das Zusa­ge­vo­lu­men im Pro­gramm „ERP-Ven­ture Capi­tal-Fonds­in­vest­ments“, das KfW Capi­tal mit Unter­stüt­zung des ERP-Son­der­ver­mö­gens durch­führt, konn­te dabei plan­mä­ßig trotz Coro­na-Pan­de­mie von 155 Mio. EUR um rd. 19 % auf 184 Mio. EUR gestei­gert wer­den. Ins­ge­samt erhiel­ten im ver­gan­ge­nen Jahr 12 VC-Fonds Neu­zu­sa­gen aus dem ERP-VC-Pro­gramm und finan­zie­ren dar­aus inno­va­ti­ve Wachs­tums­un­ter­neh­men in Deutsch­land.
Dane­ben ent­wi­ckel­te KfW Capi­tal vor dem Hin­ter­grund der Pan­de­mie (gemein­sam mit dem Bund und der KfW) die 1. Säu­le des Coro­na-Maß­nah­men­pa­kets des Bun­des für Start-ups und führ­te die­se seit Mit­te Mai 2020 gemein­sam mit dem Euro­päi­schen Inves­ti­ti­ons­fonds durch. Zum Jah­res­en­de wur­den im Rah­men die­ser Säu­le, zu der u.a. die Coro­na Matching Fazi­li­tät gehört, bis­her rd. 685 Mio. EUR an VC-Fonds ver­trag­lich (inkl. EIF/High-Tech Grün­der­fonds (HTGF), exklu­si­ve ERP-Start­fonds) zuge­sagt.
 
Bei der KfW IPEX-Bank, die das Geschäfts­feld Export- und Pro­jekt­fi­nan­zie­rung ver­ant­wor­tet, und Finan­zie­run­gen zur Beglei­tung deut­scher und euro­päi­scher Unter­neh­men auf den glo­ba­len Märk­ten bereit­stellt, schlu­gen sich die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Kri­se auf den Welt­han­del und gro­ße Tei­le der gesam­ten Welt­wirt­schaft wie erwar­tet im Neu­ge­schäft nie­der. Die Neu­zu­sa­gen von ins­ge­samt 16,6 Mrd. EUR lagen zwar deut­lich unter dem Rekord­wert des Vor­jah­res (2019: 22,1 Mrd. EUR), konn­ten aber in der Grö­ßen­ord­nung der vor­he­ri­gen Jah­re gehal­ten wer­den.
Zum Neu­ge­schäft haben alle Geschäfts­spar­ten gleich­mä­ßig bei­getra­gen. Den höchs­ten Anteil hat­te mit 2,8 Mrd. EUR dabei erneut die Geschäfts­spar­te Ener­gie und Umwelt (2019: 3,2 Mrd. EUR). Hier­zu zäh­len vor allem Pro­jek­te Erneu­er­ba­rer Ener­gien wie Wind­ener­gie- und Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen, was das Enga­ge­ment der KfW IPEX-Bank für den Umwelt- und Kli­ma­schutz unter­streicht. Eine immer grö­ße­re Rol­le spie­len Finan­zie­run­gen zum Aus­bau der digi­ta­len Infra­struk­tur, wie Glas­fa­ser­pro­jek­te oder die Errich­tung von Rechen­zen­tren.
 
Der Geschäfts­be­reich KfW Ent­wick­lungs­bank konn­te die Zusa­gen im Ver­gleich zum Vor­jahr deut­lich stei­gern. 2020 stell­te die KfW im Auf­trag der Bun­des­re­gie­rung 11 Mrd. EUR (2019: 8,8 Mrd. EUR) für Finan­zie­run­gen in Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern bereit. Ursäch­lich für die Stei­ge­rung sind die Anstren­gun­gen zur Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie und ihrer sozio­öko­no­mi­schen Fol­gen. Die KfW hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) dabei unter­stützt, inner­halb weni­ger Mona­te ein umfas­sen­des Coro­na-Sofort­pro­gramm für die Part­ner­län­der der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit auf­zu­stel­len. Bis Jah­res­en­de konn­ten über die KfW ins­ge­samt rund 4 Mrd. EUR für die Umset­zung des Pro­gramms mobi­li­siert wer­den. Die Unter­stüt­zung ist viel­fäl­tig: von der Beschaf­fung von medi­zi­ni­schen Gerä­ten und Tests über Nah­rungs­mit­tel­hil­fen bis zur Siche­rung von Arbeits­plät­zen und Liqui­di­tät für Unter­neh­men und Staa­ten.
 
Die DEG konn­te im Jahr 2020 – bei ins­ge­samt sehr for­dern­den Rah­men­be­din­gun­gen infol­ge der Coro­na-Pan­de­mie – für Inves­ti­tio­nen pri­va­ter Unter­neh­men in Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern rund 1,4 Mrd. EUR zusa­gen (2019: 1,8 Mrd. EUR). Wei­te­re 378 Mio. EUR wur­den bei pri­va­ten Inves­to­ren mobi­li­siert (2019: 280 Mio. EUR). Um die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie zu bewäl­ti­gen, stell­te die DEG bei Bedarf etwa kurz­fris­ti­ge Liqui­di­täts­hil­fe für Unter­neh­men bereit. Über 50 Mio. EUR flos­sen in die Kofi­nan­zie­rung von Covid-19-Respon­se-Maß­nah­men. Regio­nal betrach­tet ent­fiel mit über einem Drit­tel der größ­te Anteil des DEG-Neu­ge­schäfts auf Asi­en, gefolgt von Afri­ka und Latein­ame­ri­ka.
 
Das Geschäfts­feld Finanz­märk­te der KfW unter­stütz­te mit Inves­ti­tio­nen in Green Bonds in Höhe von 400 Mio. EUR den Kli­ma- und Umwelt­schutz. Für das Jahr 2021 plant die KfW erneut eine Neu­an­la­ge von 400 Mio. EUR für das Green-Bond-Port­fo­lio.
 
Zur Refi­nan­zie­rung ihres För­der­ge­schäf­tes nahm die KfW 2020 Mit­tel in Höhe von 66,4 Mrd. EUR an den inter­na­tio­na­len Kapi­tal­märk­ten auf. Ins­ge­samt wur­den 172 Trans­ak­tio­nen in 14 ver­schie­de­nen Wäh­run­gen emit­tiert. 14 „Green Bonds – Made by KfW“ Trans­ak­tio­nen tru­gen mit 8,3 Mrd. EUR 12,6 % zur Refi­nan­zie­rung bei, so viel wie noch nie. Im Ver­gleich zum Vor­jahr emit­tier­te die KfW im Euro (Anteil 64 %) rd. 700 Mio. EUR mehr. Als zweit­wich­tigs­te Wäh­rung mit einem Anteil von 24 % leicht unter Vor­jahr bleibt der US Dol­lar von gro­ßer Bedeu­tung für die KfW.
 
Im Zuge des KfW Coro­na-Son­der­pro­gramms wur­den mit dem Zugang zu den Bun­des­auk­tio­nen über den bun­des­ei­ge­nen Wirt­schafts­sta­bi­li­sie­rungs­fonds (WSF) und der Teil­nah­me an der geziel­ten län­ger­fris­ti­gen Refi­nan­zie­rung des Euro­sys­tems über TLTRO III neue Refi­nan­zie­rungs­quel­len erschlos­sen.
 
Für das Jahr 2021 wird eine lang­fris­ti­ge Mit­tel­auf­nah­me über die Kapi­tal­märk­te in Höhe von 70 bis 80 Mrd. EUR geplant; die Band­brei­te ist brei­ter gewählt als in der Ver­gan­gen­heit, da eine Teil­nah­me der KfW am TLTRO im Jahr 2021 noch offen ist. Die Nut­zung wei­te­rer Mit­tel aus dem WSF hängt von der Ent­wick­lung des KfW Coro­na-Son­der­pro­gramms ab, das vor­aus­sicht­lich bis Ende Juni 2021 läuft.
 
Die Diver­si­fi­zie­rung nach Pro­duk­ten und Wäh­run­gen gewähr­leis­tet hier­bei Kon­ti­nui­tät und Fle­xi­bi­li­tät, um best­mög­li­che Refi­nan­zie­rungs­er­geb­nis­se für das För­der­ge­schäft zu erzie­len. Zum 29.01.2021 lag das Refi­nan­zie­rungs­vo­lu­men bereits bei 14,6 Mrd. EUR.

Corona

5,379 Mil­lio­nen Euro für Betrie­be im Rheingau-Taunus

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Das Land star­tet die zwei­te För­der­run­de des Coro­na-Hilfs­pro­gramms „Hes­sen-Mikro­li­qui­di­tät“. Hier­auf wei­sen die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Petra Mül­ler-Klep­per und Peter Beuth die Betrie­be und Solo­selb­stän­di­gen im Rhein­gau-Tau­nus hin.

„Par­al­lel zu den Bun­des­pro­gram­men setzt das Land die­ses Hilfs­an­ge­bot bis Ende Juni fort. Ab sofort kön­nen wie­der Anträ­ge gestellt wer­den. Es ste­hen 150 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung“, teil­ten die CDU-Poli­ti­ker mit. „Das Pro­gramm bie­tet güns­ti­ge Kon­di­tio­nen. Es schafft klei­nen Betrie­ben und Solo­selb­stän­di­gen unbü­ro­kra­tisch und schnell zusätz­li­che Liqui­di­tät, um die schwie­ri­ge Zeit zu überstehen.“

Gro­ße Nachfrage

Das Dar­le­hens­pro­gramm sei im letz­ten Jahr neu auf­ge­legt wor­den und bis 31. Dezem­ber 2020 befris­tet wor­den – als Über­le­bens­hil­fe für Unter­neh­men in der Coro­na-Kri­se und zur Siche­rung der Arbeits­plät­ze. Es sei auf gro­ße Nach­fra­ge gesto­ßen, wes­halb nun eine Neu­auf­la­ge erfol­ge. „‘Hes­sen-Mikro­li­qui­di­tät‘ ist ein unkom­pli­zier­ter Direkt­kre­dit, der sich als fle­xi­bles und erfolg­rei­ches Instru­ment erwie­sen hat. Auch im Rhein­gau-Tau­nus ist die Hil­fe ange­kom­men. Bis zum Jah­res­en­de 2020 sind 5,379 Mil­lio­nen Euro an 186 Unter­neh­men im Kreis­ge­biet geflos­sen“, so die Abge­ord­ne­ten. Lan­des­weit sei­en 216,1 Mil­lio­nen Euro an 7.351 Betrie­be aus­ge­zahlt worden.

Über­wie­gend habe es sich um Klein­be­trie­be gehan­delt. 73 Pro­zent der unter­stütz­ten Betrie­be hät­ten bis zu vier Mit­ar­bei­ten­de. Rund 46 Pro­zent der Antrag­stel­ler sei­en aus den drei Bran­chen Gas­tro­no­mie, Ein­zel­han­del und Erbrin­gung von sons­ti­gen über­wie­gend per­sön­li­chen Dienst­leis­tun­gen (z.B. Fri­sö­re) gekom­men. Dies zei­ge, dass das Pro­gramm die Ziel­grup­pe errei­che, näm­lich die Kleinst­un­ter­neh­men und Solo-Selbständigen.

Hes­sen-Mikro­li­qui­di­tät stellt Unter­neh­men mit maxi­mal 50 Beschäf­tig­ten Dar­le­hen von 3.000 Euro bis zur Höchst­sum­me von 35.000 Euro zu einem Zins­satz von 0,75 Pro­zent zur Ver­fü­gung — ohne wei­te­re Gebüh­ren oder Kos­ten. Es sind zudem kei­ne bank­üb­li­chen Sicher­hei­ten nötig. Finan­ziert wer­den kön­nen Betriebs­mit­tel, auch Mie­ten, Löh­ne, Zin­sen, Tilgungen.

Die Lauf­zeit der För­der­dar­le­hen beträgt 7 Jah­re bei 2 til­gungs­frei­en Jah­ren. Bei Bedarf kann der Kre­dit zum Teil in einen ver­lo­re­nen Zuschuss umge­wan­delt wer­den. Es kann ein Ver­zicht auf Rück­zah­lung von Teil­be­trä­gen von bis zu 50 Pro­zent des Dar­le­hens aus­ge­spro­chen wer­den. Vor­aus­set­zung ist, dass die Kre­dit­neh­men­den durch Vor­la­ge ihrer Steu­er­be­schei­de für die Jah­re 2020/2021 und ande­rer geeig­ne­ter Unter­la­gen Geschäfts­un­ter­bre­chun­gen und Umsatz­aus­fäl­le von nicht gerin­ger Höhe und Dau­er nach­wei­sen, dass die­se sich aus der Coro­na-Kri­se zwin­gend erge­ben haben und die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on der Kre­dit­neh­men­den einen ent­spre­chen­den Ver­zicht erfordert.

IHK und Hand­werks­kam­mer beraten

Vor der Antrag­stel­lung bei der Wirt­schafts- und Infra­struk­tur­bank Hes­sen (WIBank), die über ein Online-Por­tal erfolgt, soll ein Bera­tungs­kon­takt mit einem Koope­ra­ti­ons­part­ner zur Ein­schät­zung der wirt­schaft­li­chen Trag­fä­hig­keit des Gewerbes/der frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit vor und nach Über­win­dung der Kri­se statt­ge­fun­den haben. Als Ansprech­part­ner für die Betrie­be im Rhein­gau-Tau­nus ste­hen die IHK Wies­ba­den und die Hand­werks­kam­mer Wies­ba­den bereit. Die zwei­te För­der­run­de ist befris­tet bis zum 30. Juni 2021.

Um Liqui­di­täts­eng­päs­se abzu­fe­dern, sei­en den Unter­neh­men und Frei­be­ruf­lern in Hes­sen seit Beginn der Coro­na-Kri­se Unter­stüt­zung in Höhe von ins­ge­samt 8,2 Mil­li­ar­den Euro in Form von Zuschüs­sen, Dar­le­hen, Bürg­schaf­ten und steu­er­li­chen Erleich­te­run­gen zur Ver­fü­gung gestellt wor­den, so Mül­ler-Klep­per und Beuth. „Damit die Her­aus­for­de­run­gen und Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie bewäl­tigt wer­den, muss es auch künf­tig Hilfs­pro­gram­me für die Wirt­schaft, Kul­tur, das Ver­eins­we­sen und sozia­le Leben geben.“

Nähe­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm „Hes­sen-Mikro­li­qui­di­tät“ unter: https://www.wibank.de/wibank/hessen-mikroliquiditaet/hessen-mikroliquiditaet-522074

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Wirtschaft

Mit­tel­stän­di­sches Geschäfts­kli­ma sinkt im aktu­el­len Lock­down deutlich

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Der lan­ge Lock­down hin­ter­lässt Spu­ren und drückt die Stim­mung im deut­schen Mit­tel­stand, wie das aktu­el­le KfW-ifo-Mit­tel­stands­ba­ro­me­ter zeigt. Das Geschäfts­kli­ma der klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men sinkt im Janu­ar um 4,2 Zäh­ler auf nun ‑14,8 Sal­den­punk­te. Trotz des deut­li­chen Rück­gangs ist das Stim­mungs­ni­veau damit aller­dings noch weit vom Rekord­tief des ers­ten Lock­downs (-42,5 Sal­den­punk­te im April 2020) ent­fernt. Aktu­ell gehen sowohl die Lage­be­ur­tei­lung (-5,3 Zäh­ler auf ‑13,0 Sal­den­punk­te) als auch die Geschäfts­er­war­tun­gen (-3,1 Zäh­ler auf ‑16,6 Sal­den­punk­te) zurück. Zum Pes­si­mis­mus bei­tra­gen dürf­te dabei sowohl das unbe­stimm­te Ende des Lock­downs als auch die Ent­täu­schung über den lang­sa­men Impf­fort­schritt in Deutsch­land und der EU.
 
Beim Blick in die Bran­chen zeigt sich, dass beson­ders die klei­nen und mitt­le­ren Ein­zel­han­dels­un­ter­neh­men hart betrof­fen sind: Ihr Geschäfts­kli­ma befin­det sich mit einem Minus von 27,5 Zäh­lern regel­recht im Sturz­flug, nach­dem schon seit Mit­te Dezem­ber die meis­ten Geschäf­te geschlos­sen blei­ben und es ange­sichts eines eher lang­sa­men Rück­gangs der Infek­ti­ons­zah­len unklar ist, wann eine Wie­der­eröff­nung statt­fin­den wird. Dar­über hin­aus dürf­te die Rück­nah­me der tem­po­rä­ren Mehr­wert­steu­er­sen­kung seit Jah­res­be­ginn die Umsät­ze belas­ten. Den­noch liegt das Geschäfts­kli­ma im mit­tel­stän­di­schen Ein­zel­han­del mit ‑26,7 Sal­den­punk­ten aber immer­hin noch deut­lich über dem Tiefst­wert vom April letz­ten Jah­res (-42,3 Sal­den­punk­te). Unter mit­tel­stän­di­schen Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men sinkt das Geschäfts­kli­ma indes um 3,4 Zäh­ler auf ‑23,6 Sal­den­punk­te. Den gro­ßen Stim­mungs­ab­sturz hat das Seg­ment schon im Herbst durch­ge­macht, schließ­lich beinhal­tet es mit dem Gast­ge­wer­be, Unter­hal­tung, Kul­tur, Sport und den per­sön­li­chen Dienst­leis­tun­gen die­je­ni­gen Bran­chen, die schon seit Anfang Novem­ber direkt von einem Lock­down betrof­fen sind. Auch mit­tel­stän­di­scher Groß­han­del (-4,4 Zäh­ler auf ‑13,1 Sal­den­punk­te) und das Bau­haupt­ge­wer­be (-5,8 Zäh­ler auf 1,7 Sal­den­punk­te) mel­den im Janu­ar einen Stim­mungs­ab­fall. Ledig­lich die klei­nen und mitt­le­ren Indus­trie­un­ter­neh­men kön­nen sich vom all­ge­mei­nen Nega­tiv­trend abkop­peln und mel­den ein leicht ver­bes­ser­tes Geschäfts­kli­ma (+0,8 auf ‑4,1 Punk­te).
 
Nach­dem sich das Geschäfts­kli­ma in den Groß­un­ter­neh­men seit Herbst bes­ser ent­wi­ckelt hat­te als bei den klei­nen und mitt­le­ren, stellt sich im Janu­ar nun auch hier Ernüch­te­rung ein: Die Stim­mung der gro­ßen Fir­men sinkt noch deut­li­cher als im Mit­tel­stand (-5,5 Zäh­ler auf ‑7,7 Sal­den­punk­te). Zur Ein­trü­bung tra­gen fast alle Wirt­schafts­be­rei­che bei, am stärks­ten die gro­ßen Ein­zel­händ­ler und Dienst­leis­ter. Ledig­lich bei den gro­ßen Bau­un­ter­neh­men geht es gering­fü­gig nach oben. Das Geschäfts­kli­ma der gro­ßen Indus­trie­un­ter­neh­men sta­gniert zum ers­ten Mal, seit­dem sei­ne Erho­lung im Mai begon­nen hat.
 
„Das KfW-ifo-Mit­tel­stands­ba­ro­me­ter zeigt einen schlech­ten Jah­res­start und zuneh­men­den Pes­si­mis­mus bei einem Groß­teil der mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men an“, sagt Dr. Frit­zi Köh­ler-Geib, Chef­volks­wir­tin der KfW. „Im Ver­gleich zum ver­gan­ge­nen Früh­jahr bewegt sich die Stim­mung in den von Ein-däm­mungs­maß­nah­men betrof­fe­nen Bran­chen aber immer­hin weni­ger weit nach unten. Anpas­sungs­maß­nah­men, wie die Erschlie­ßung von kon­takt­lo­sen Ver­triebs­ka­nä­len, dürf­ten sich dabei aus­zah­len. Vor allem aber hat sich die Indus­trie anschei­nend vom Pan­de­mie­ge­sche­hen abge­kop­pelt, sodass das Brut­to­in­lands­pro­dukt im lau­fen­den Quar­tal­weit weni­ger schrump­fen wird als im ver­gan­ge­nen Früh­jahr .“ Aller­dings sei durch die Aus­brei­tung von Virus-Muta­tio­nen die Unsi­cher­heit über den wei­te­ren Ver­lauf der Pan­de­mie sehr groß. „Im Früh­jahr kann den­noch mit einer wirt­schaft­li­chen Erho­lung gerech­net wer­den. Ihr Aus­maß hängt aller­dings stark vom Impf­fort­schritt und dem Erfolg des gegen­wär­ti­gen Lock­downs ab“, resü­miert Köhler-Geib.

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