Lokal

Rhein­gau-Tau­nus-Kreis pro­fi­liert sich zuneh­mend als Kom­pe­tenz­stand­ort für moder­ne For­men medi­zi­ni­scher und pfle­ge­ri­scher Versorgung

Veröffentlicht

am

Land­rat Kili­an: Drei Antrag­stel­ler erhal­ten Gel­der aus dem För­der­pro­gramm „Gesund­heit als Stand­ort­fak­tor – Anschub für inno­va­ti­ve Ideen“

Ins­ge­samt drei Antrag­stel­ler erhal­ten Finanz­mit­tel aus dem „För­der­pro­gramm 2022 – 2024 Rhein­gau-Tau­nus-Kreis: Gesund­heit als Stand­ort­fak­tor – Anschub für inno­va­ti­ve Ideen“. Auf Vor­schlag des Aus­schus­ses für Jugend, Sozia­les und Gesund­heit (JSG) und mit der Zustim­mung des Kreis­aus­schus­ses erhält die Heli­os Glo­bal Health GmbH 33.000 Euro für das ein­ge­reich­te Pro­jekt. Mit der glei­chen Sum­me wird die St. Josefs-Hos­pi­tal Rhein­gau GmbH unter­stützt und 34.000 Euro – des Ansat­zes für 2022 von ins­ge­samt 100.000 Euro – bekommt die Pra­xis Lorch (Fach­arzt­pra­xis für All­ge­mein­me­di­zin). „Die Bewer­bun­gen zei­gen uns, dass sich der Rhein­gau-Tau­nus-Kreis zuneh­mend als Kom­pe­tenz­stand­ort für moder­ne For­men medi­zi­ni­scher und pfle­ge­ri­scher Ver­sor­gung pro­fi­liert“, zog Land­rat Frank Kili­an ein posi­ti­ves Fazit des Verfahrens.

Die drei Bewer­bun­gen sind inno­va­tiv und brin­gen, laut der Gesund­heits­ko­or­di­na­to­rin des Krei­ses, Bea­te Sohl, kon­se­quent Wei­ter­ent­wick­lun­gen zur ver­bes­ser­ten kom­mu­na­len Gesund­heits­ver­sor­gung auf den Weg. „Sie erfül­len das haupt­säch­lich gewünsch­te Kri­te­ri­um, mehr zugäng­li­che und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge gesund­heit­li­che ver­sor­gen­de Dienst­leis­tungs­an­ge­bo­te für die Bevöl­ke­rung sicher­zu­stel­len; qua­si als Chan­ce für den länd­li­chen Raum“, so Land­rat Kili­an. Durch die För­de­rung der Pro­jek­te wird das bestehen­de Ver­sor­gungs­ni­veau durch mobi­le, tech­ni­sche, bzw. digi­ta­le Lösun­gen modi­fi­ziert und aus­ge­baut. Bea­te Sohl weist zudem dar­auf hin, dass die Bewer­ber für die Umset­zung ihrer Pro­jek­te Eigen­mit­tel bereitstellen.

Ziel des Kon­zep­tes der Heli­os Glo­bal Health GmbH ist es, „die Gesund­heits­ver­sor­gung mit inno­va­ti­ver Tele­me­di­zin der Spit­zen­klas­se in Kom­bi­na­ti­on mit einem nach­hal­ti­gen Mobi­li­täts­kon­zept in die Flä­che zu brin­gen“. Mit die­sem will Heli­os Brü­cken bau­en, um die Men­schen stück­wei­se an die neu­en For­men der Ver­sor­gung – bei dem pro­gnos­ti­zier­ten Rück­gang der Haus­arzt­dich­te bis 2035 – her­an­zu­füh­ren. Die Errun­gen­schaf­ten der Tele­me­di­zin ver­bin­det Heli­os mit der Mobi­li­tät eines Fahr­zeu­ges. Heli­os: „Damit sichern wir den Bedarf nach ‚anfass­ba­rer‘, per­sön­li­cher Betreu­ung und einer ärzt­li­chen Fach­ex­per­ti­se, aus allen not­wen­di­gen Gebie­ten der Medizin.“

Ziel des Pro­jek­tes der St. Josefs-Hos­pi­tal Rhein­gau GmbH ist es, die kom­mu­na­le Gesund­heits­för­de­rung im Kreis­ge­biet durch eine neue medi­zi­ni­sche Fach­rich­tung Neu­ro­lo­gie am medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­trum (MVZ) am Stand­ort in Rüdes­heim zu stär­ken. „Mit der geplan­ten neu­ro­lo­gi­schen Pra­xis soll der gro­ße ambu­lan­te Bedarf an neu­ro­lo­gi­scher Ver­sor­gung auf­grund der bestehen­den Unter­ver­sor­gung in der länd­li­chen Regi­on des Krei­ses gedeckt wer­den“, so die Antragsteller.

Die Ärz­te der Pra­xis Lorch beab­sich­ti­gen den Auf­bau einer Bil­dungs­pra­xis (Pra­xis für Aus‑, Fort- und Wei­ter­bil­dung) in Lorch in Koope­ra­ti­on mit dem Rhein­gau-Tau­nus-Kreis. Hin­ter­grund ist, dass bis 2035 deutsch­land­weit rund 11.000 Haus­arzt­stel­len unbe­setzt sein wer­den; im Rhein­gau-Tau­nus-Kreis pro­gnos­ti­zie­ren Exper­ten ein Rück­gang von zwölf Pro­zent. Gleich­zei­tig steht der Land­kreis im Wett­be­werb mit ande­ren um den medi­zi­ni­schen Nach­wuchs. Um die­ses Rin­gen zu gewin­nen will die Pra­xis Lorch ein brei­tes Ange­bot an Aus‑, Fort- und Wei­ter­bil­dung für den medi­zi­ni­schen Nach­wuchs in der All­ge­mein­me­di­zin schaf­fen. Durch die­ses Kon­zept könn­ten die jun­gen All­ge­mein­me­di­zi­ne­rin­nen und –medi­zi­ner in den Rhein­gau-Tau­nus-Kreis gelockt wer­den und somit hier auch ansäs­sig werden.

Bea­te Sohl weist dar­auf­hin, dass auch für 2023 und 2024 jeweils 100.000 Euro als För­der­mit­tel für das Pro­gramm zur Ver­fü­gung ste­hen. Ab Janu­ar 2023 kön­nen wie­der kreis­weit Bewer­bun­gen für die­se För­der­gel­der an die Gesund­heits­ko­or­di­na­ti­on gesen­det wer­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Unter­la­gen sind unter www.rheingau-taunus.de/foerderprogramm_riechtlinie_gesundheit_standortfaktor_2022-2024.pdf und www.rheingau-taunus.de/foerderprogramm_antrag_gesundheit_standortfaktor_2022-2024.pdf zu fin­den. Antrags­be­rech­tigt sind Städ­te, Gemein­den, Öffent­li­che Ein­rich­tun­gen, Medi­zi­ni­sche Pra­xen, Ver­bän­de, Ver­ei­ne und Unter­neh­men. Um den kon­kre­ten För­der­be­darf zu klä­ren, ist vor Antrags­stel­lung ein Gespräch mit der Gesund­heits­ko­or­di­na­to­rin des Krei­ses, Bea­te Sohl, zu füh­ren. Der Antrag muss vor Beginn des Projektes/der Maß­nah­me digi­tal bei der Gesund­heits­ko­or­di­na­to­rin ein­ge­reicht wer­den (beate.sohl@rheingau-taunus.de). Der Aus­schuss für Jugend, Sozia­les und Gesund­heit (JSG) des Krei­ses ent­schei­det, wel­che Pro­jek­te, bezie­hungs­wei­se Maß­nah­men geför­dert wer­den. Zuwen­dungs­be­hör­de ist der Rheingau-Taunus-Kreis.

Zum Kommentieren klicken
Die mobile Version verlassen